Die drei Säulen "Kunst, Natur und Gesundheit" hat sich der Verein Erlebenskunst auf seine Fahne geschrieben. Bei Neuwahlen am Mittwoch wurde der komplette Vorstand im Amt bestätigt. Mit Selbstbewusstsein präsentiert die Begegnungsstätte in der ehemaligen Ramsthaler Schule kreativen Einfallsreichtum. In vielen Läden liegt der Veranstaltungskalender aus.
Der Vorstand, das sind der 1. Vorsitzende Bernhard Gößmann-Schmitt, seine Stellvertreterin Thea Keßler, Schriftführerin Petra Giese sowie die beiden Kassiere Rainer Kraus und Georg Vorndran. Die Kasse wird geprüft von Katrin Vollert und Susanne Ott. Insgesamt zählt der Verein 76 Mitglieder. "Sie haben viel erreicht", bestätigte der Wahlleiter, Altbürgermeister Franz Büttner, in dessen Amtszeit die Umnutzung der verlassenen Schule fiel.


Festes Sonntagsziel

Mittlerweile werde dieses Begegnungshaus Erlebenskunst nicht nur wegen der Veranstaltungen bewundert. Büttner: "Das dortige Café ist sogar festes Sonntagsziel für Weinwanderer und Senioren." Trotzdem ruhen sich die Aktiven nicht auf den erreichten Zielen aus. Der Terminkalender ist auch heuer wieder prall mit Workshops, Seminaren und sonstigen Veranstaltungen gefüllt. Gößmann-Schmitt wies auf das "gute Feedback" der Besucher aus dem Vorjahr hin. Als Höhepunkte nannte er zum Beispiel die lange Nacht der Kunst oder die viel bewunderte Herbstausstellung. Aber auch der Besuch des Studentenchores aus Jena habe eine nachhaltige Wirkung hinterlassen.


Kunst und Theater

Freilich habe sich der Verein auch mit seinen Angeboten im Rahmen des Ferienprogramms engagiert, so Gößmann-Schmitt. Keßler ergänzte die Aufzählung der Termine mit verschiedenen Symposien, einer Kunstwoche, dem Event "Wein- und Saitenzauber" und der Theatergruppe "Romsler Strickselich". Sie ging auf die Geschichte des Gebäudes ein, das bis zum Sommer 2012 als Schule genutzt wurde. Die Instandhaltung des Hauses habe viel Einsatz der Gemeinde Ramsthal und Eigenleistung von Helfern gekostet. Der Verein sei 2013 gegründet worden.
"Ohne die vielen freiwilligen Helfer und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde geht es nicht", betonte Keßler. Der Verein sei eine Gemeinschaft, die von "Verantwortung, gegenseitigem Respekt und kulturellem Interesse" verbunden sei. Damit spricht sie auch zukünftige Visionen aus, die sie in ihrem neuen Gedankennetz vorstellt.
Ist das Haus Erlebenskunst die heile Welt, abseits jeglicher Realität? Offensichtlich nicht, denn auch hier gebe es manchmal Kollisionen und Missverständnisse, war den Ausführungen des Vorstandes zu entnehmen. Deshalb sei die ständige Bereitschaft zur Kommunikation nötig. Das Gespräch suchen die Kreativen dieses Vereins nicht nur mit dem Gemeinderat, den Besuchern und der Geschäftswelt, sondern zurzeit vermehrt mit den Jugendlichen. Denn auf lange Sicht gehe es um den Fortbestand der oben genannten Säulen Kunst, Natur und Gesundheit in Ramsthal.
Bei den Veranstaltungen haben die Aktiven ihre Blicke zunehmend auf die Kleinkunst gerichtet. Gefragt sind Kabarettisten, Barden und Mundartkomiker wie zum Beispiel Klaus Gasseleder, der am 28. Februar mit seiner Lesung aus seinem Werk "Dandaradei" Geschmack auf die neue Mundartliteratur machen will. Das Mitmachkonzert von Annette und Sinja Rosenberger mit Gesang und Harfe lädt am 14. April ein. Wer Jazz und Swing der 30er und 40er Jahre liebt, kommt am 14. Juli am Wein- und Saitenzauber von Volker Waldau nicht vorbei. Poetische Texte voller Tiefsinn und Humor "Gehimmelt und geerdet" liest Marie-Ja Heckmann am 17. November vor. Begleitet wird sie von ihrem Ehemann Friedbert auf dem Saxophon.