Einen herzlichen Abschied bereiteten die Kollegen Konrad Hüttl, der nach fast 35 Jahren im Dienst für die Autobahn-Meisterei Oberthulba in den Ruhestand geht.

"Die täglichen Einsätze unserer Mitarbeiter werden meist nur dann in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen, wenn es sich um winterliche Streudienste und Schneeräumen handelt", sagte Alexander Leis, der Dienstvorgesetzte für Unterfranken aus Würzburg von der Autobahndirektion Nordbayern. "Dabei sind doch die Kollegen das gesamte Jahr über für die Pflege des Autobahnnetzes tätig, und dies sogar im Schichtdienst", so Leis. Sein Dank gelte heute insbesondere der engagierten Tätigkeit von Hüttl. Er sei sehr beliebt im Kollegenkreis und habe stets einen guten Spruch drauf.


Seit 1981 dabei

Geboren ist Konrad Hüttl 1952 in Oberthulba. Nach seiner Ausbildung zum Schreiner arbeitete er als Geselle von 1970 bis 1981 bei verschiedenen Firmen. Unterbrochen wurde diese Zeit durch die Wehrpflicht, die Hüttl in den Jahren 1973/1974 zum Panzerbataillon der Bundeswehr nach Hammelburg beorderte.

Zur Autobahn-Meisterei Oberthulba kam Hüttl 1981, wo er häufig auch im Winterdienst eingesetzt war. Die verwaltungseigene Straßenwärter-Prüfung legte Hüttl 1984 ab.

"Ich danke für die hervorragend gute und zuverlässige Arbeit", sagte der örtliche Leiter der Autobahn-Meisterei, Erich Pfister, und betonte, wie sehr er den Weggang von Hüttl bedauere. Und dann las er ein zu Herzen gehendes Lobgedicht vor, in dem Hüttl als ein Mensch geschildert wurde, "den wir sehr schätzen". Abschiedsgrüße gab es auch von Personalrat Gerhard Reuß und Manfred Hellmann, Leiter der benachbarten Autobahn-Meisterei Erbshausen.

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Ein Gefühl von Freiheit

"Es war eine schöne Zeit bei der Autobahn-Meisterei", sagte Hüttl, und man merkte, dass ihm der Abschied nicht leicht fiel. "Bei meinen Einsätzen fühlte ich mich immer als ein freier Mensch", erklärte er. Die Rhönautobahn A7 zwischen der hessischen Grenze und dem Wernecker Dreieck war Hüttls Einsatzgebiet. Aus der Sicht seiner Kehrmaschine kenne er jeden Leitpfosten und jeden Strauch am Wegesrand.

Hüttl erzählte der Zeitung: "Als besonderes Erlebnis kann ich mich noch an jenen irischen Lkw erinnern, der sich im Schnee festgefahren hatte. Wir konnten ihn aus seiner Notlage befreien und der Verkehr hatte wieder freie Fahrt."

Viele interessante Leute habe er beim Mülldienst kennengelernt, und er sei auch mit ausländischen Fahrern aus fernen Ländern ins Gespräch gekommen, sofern die ein wenig Deutsch konnten.

/>Langeweile wird Hüttl nicht haben. Neben der geliebten Gartenarbeit geht er Kegeln, leiht zwei ansässigen Gesangsvereinen seine Stimme und ist bei der ÖFG im Elferrat tätig. Die Bütt überlässt er inzwischen lieber seinen Söhnen, denn die "sind da momentan viel besser drauf", wie er sagt. Aber er ist auch stolz darauf, seinen Humor und sein karnevalistisches Blut weitergegeben zu haben.