Nach sieben Jahren im Ausland hat es Franziska Bischof wieder in die Heimat gezogen. Es war eine "emotionale Sache", wie sie sagt. "Irgendwann überlegt man sich, wo die eigenen Wurzeln liegen. So entstand der Gedanke zurückzukehren."

Ihre Heimatverbundenheit kann Bischof nun voll ausspielen: Die 27-Jährige kümmert sich ab sofort um die Marke und die Arbeitsgemeinschaft "Frankens Saalestück". Sie tritt damit die Nachfolge von Susanne Volkheimer an, die in das Tourismusgebiet Naturpark Hassberge und Nördlicher Steigerwald wechselt.

Bischof lebte von 2005 bis 2012 in der italienischen Stadt Brescia, auf halber Strecke zwischen Mailand und Verona gelegen. Eine Au-Pair-Stelle hatte sie ins Ausland geführt. "Ich wollte in ein Land gehen, dessen Sprache ich noch nicht kenne", erklärt Bischof. Sie studierte Sprachwissenschaften und internationales Marketing und arbeitete in Italien. Seit 2013 betreut Bischof für die Tourismus GmbH Bayerische Rhön das Online-Marketing und ein Brauereiprojekt im Landkreis Rhön-Grabfeld. Und nun ist eben auch das Saaletal dazu gekommen.

"Wenn man im Ausland war, lernt man die Dinge in der eigene Region neu schätzen", sagt Bischof. Die Sauberkeit und die Landschaft fallen ihr zuerst als Beispiele ein. Als Tochter des Brenners Anton Bischof aus Wartmannsroth kennt sie sich auch mit einem der Hauptprodukte aus, die "Frankens Saalestück" vermarkten will. Eine Ausbildung zur Edelbrand sommelière ergänzt dieses Wissen.

Für Michael Pfaff ist Bischof daher die richtige Person, um die Direktvermarktung im Saaletal zu unterstützen. Nach zwei Jahren seit Gründung von "Frankens Saalestück" sieht der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, die im Hintergrund die Marketing-Infrastruktur für den Zusammenschluss bereitstellt, die Markenidentität gefestigt. Pfaff erklärt: "Das Projekt ist aus dem Probierstatus heraus." Es sei ein Vorbild für andere Gegenden.

Bischof steht neben ihrem Projektmanagement für die Tourismus GmbH Bayerische Rhön den Anbietern und Bürgermeistern aus "Frankens Saalestück" zwei Tage pro Woche als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie bezieht, zunächst provisorisch, ein Büro im Museum Herrenmühle. Das soll die "Basis" für ihre Arbeit sein, wie es Pfaff ausdrückt. In den kommenden ein bis zwei Monaten soll laut dem Geschäftsführer in den Mitgliedsgemeinden nach einem festen Büro gesucht werden. Pfaff und Bürgermeister Ernst Stross (SPD) sind zuversichtlich, dass die Arbeit in "Frankens Saalestück" auch nach der Kommunalwahl funktionieren wird.