Die bundesweite Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion, die in diesem Jahr vom Bistum Würzburg ausging , konnte man über den Deutschlandfunk im Radio mitverfolgen. Hammelburgs Stadtpfarrer Pfarrer Thomas Eschenbacher zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Konzelebrant Pater Michael Heinz und Diakon Manfred Müller. Für die musikalische Umrahmung sorgten Organist und Kantor Dieter Blum, sowie Barbara und Paul Oschmann.

Michael Heinz ist Leiter des Lateinamerika Hilfswerks Adveniat und hat selbst als Steyler Missionar 20 Jahre in Bolivien und Nicaragua gelebt und gearbeitet. "Über-Leben auf dem Land", lautet das Leitwort der diesjährigen Aktion. In Lateinamerika lebten noch 20 Prozent der Gesamtbevölkerung in kleinen Dörfern und Städten auf dem Land und in den Weiten des Amazonasurwaldes, berichtete er. Es seien die armen Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben, oft ohne Chancen auf eine gute Bildung und auf ein menschenwürdiges Leben.

"Wenn sie die Menschen von San Ignacio im bolivianischen Tiefland besuchen, brauchen sie entweder einen Jeep mit Allradantrieb, ein Pferd, oder viel Zeit, um die schlechten Wege zu Fuß zu meistern", informierte Pater Heinz die Zuhörer in seiner Predigt. Mit der Weihnachtsaktion werfe das Hilfswerk Adveniat einen besonderen Blick auf die Menschen auf dem Land in den kargen Andenregionen genauso wie im tiefsten Amazonaswald, in dem vom Hurrikan zerstörten Atlantikregionen von Nicaragua bis hin zu den weiten, einsamen Landregionen Patagoniens.

Gemeindehelfer stünden dort ihre Frau und ihren Mann, um der Not entgegen zu treten. Die Kirche versuche die Menschen zu unterstützen, indem sie Kurse im landwirtschaftlichen Anbau oder im Gesundheitswesen anbietet, Lehrer fortbildet oder Internate für Kinder und Jugendliche unterhält.

In den Fürbitten hieß es: Die diesjährige Adveniataktion richtet unseren Blick auf das Leben der Menschen in den ländlichen Regionen Lateinamerikas. Immer noch werden Menschen dort von ihrem angestammten Land vertrieben. Hilf, die Landkonflikte und Auseinandersetzungen um die Nutzung der Böden und der Flüsse friedlich zu lösen."

Eigentlich sollte Bischof Johannes Bahlmann, den viele im Bistum aus den Begegnungen im Rahmen der Partnerschaft kennen, zur Adveniat-Eröffnung nach Würzburg kommen. Die Pandemie habe es aber unmöglich gemacht. "Hier in Obidos am Amazonas haben wir lange gedacht, das Virus sei weit weg." Doch das sei eine Fehleinschätzung gewesen, übermittelte Bahlmann in seinen Grußworten. In den Krankenhäusern und auf dem Hospitalschiff, das die Kirche auf dem Amazonas unterhält, meldeten sich immer mehr Menschen, die sich angesteckt hätten.

Auch der Rundfunkbeauftragte Rainer Dvorak begleitete den Gottesdienst, der genau um fünf nach zehn Uhr begann und minutiös geplant war. Am Tag zuvor hatte man schon eine Durchlaufprobe abgehalten. Der Deutschlandfunk war mit einem Toningenieur, einem Tontechniker und einem Aufnahmeleiter aus Köln vor Ort. Für die Live-Übertragung hatte man ein Kabel vom Übertragungswagen zum nächsten vDSL-Anschluss gelegt, für Notfälle hätte man auch eine Satellitenverbindung aufbauen können.

Das Programm war bundesweit empfangbar, nächster Sender Bischofsheim auf UKW 103,3 MHz. Deutschlandfunk habe auch eine Mediathek, in der man sich den Gottesdienst noch anhören könne, hieß es. Außerdem, so Diakon Müller, habe es einen Videomitschnitt auf Youtube gegeben, den sich Interessierte jederzeit ansehen können.