Es kann keiner behaupten, die Stadträte hinterlassen ihren Nachfolgern Unordnung. Bevor sie - einige endgültig - in wenigen Wochen das Kellereischloss verlassen, haben sie noch schnell den Haushalt gemacht.

Bereits jetzt, so früh im Jahr wie selten, steht die Finanzplanung für das laufende Jahr fest. Sie schreibt dem neuen Bürgermeister und den neuen Stadträten einige wichtige Vorhaben ins Aufgabenheft: So wurde zum Beispiel für den Neubau des Sanitärgebäudes auf dem Bleichrasen, für die Sanierung der Brücke in Morlesau, für die ehemalige Milchsammelstelle in Gauaschach oder den Dorfplatz in Feuerthal Geld im Haushalt der Stadt freigeschaufelt.

Die Verschuldung der Stadt bleibt dabei unter der selbst gesetzten Grenze von 11,5 Millionen Euro, wie Bürgermeister Ernst Stross (SPD) im Stadtrat erklärte. Sie wird, die inneren Darlehen und die Finanzierung durch Bayerngrund mitgerechnet, bei nicht ganz 10 Millionen Euro liegen.

Stross betonte, dass in den vergangenen Jahren die Verschuldung verringert wurde: "Schließe ich innere Darlehen und Bayerngrund-Finanzierung, die für die Beurteilung bei der rechtsaufsichtlichen Genehmigung nicht maßgeblich sind, mit ein, so bedeutet dies auch bei dieser Betrachtung eine Absenkung der Schulden um 21 Prozent." Bei den Investitionen wird es keine Netto-Neuverschuldung geben, da die Kreditaufnahme die Tilgungssumme nicht übersteigt.

Eine Million für die Altstadt

Doch das klappt nur, weil Vorhaben in die kommenden Jahre verschoben werden, wie Stross erläuterte. So ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Diebach wegen des anstehenden Planfeststellungsverfahrens erst für 2015 aufgenommen. Die Ludwigstraße in Gauaschach ist dagegen ganz weggefallen.

Nur dadurch war es auch möglich, in der mittelfristigen Finanzplanung Geld für die Umgestaltung des Viehmarkts bereitzustellen. In einem ersten Entwurf des Haushaltsplans waren bis auf den Ideenwettbewerb dafür zunächst keine Mittel vorgesehen. "Das stieß auf Unverständnis und wurde nicht akzeptiert. Alle Fraktionen waren sich einig, dass die Altstadtsanierung vorangehen muss und wir mit der Umgestaltung des Viehmarkts beginnen werden", sagte Armin Warmuth (CSU). Nun ist für 2015 bis 2017 insgesamt eine Million Euro angesetzt.

Es sei klar, dass viele Maßnahmen noch auf ihre Erledigung warteten. Warmuth: "Politik ist nun einmal die Gestaltung des Machbaren, aber auch die Reduzierung auf das Machbare." Zu den Aufgaben, um deren Finanzierung sich die neuen Stadträte kümmern müssen, gehören die Bauhofverlagerung, die Sanierung der Alten Volksschule oder die Schaffung von Gewerbeflächen. Alles zusammengenommen bezifferte Stross den künftigen Investitionsbedarf auf 15 Millionen Euro.

"Es gibt eine lange Liste von Aufgaben, die weder im laufenden Haushaltsjahr noch in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt sind", erklärte SPD-Sprecher Reinhard Schaupp. Die Bahnhofstraße hatte für ihn darunter die "oberste Priorität". Auch Reimar Glückler (CBB) bezeichnete die Bahnhofstraße als größtes Problem. "Weiterführung der Altstadtsanierung" und die "Schaffung neuer Gewerbeansiedlungen" nannte er als weitere wichtige Aufgaben. Herbert Engelhardt (H.A.B.) forderte, dass die Alte Volksschule in der Hand der Stadt bleiben solle.

Annemarie Fell (Die Grünen/ BfU) lenkte den Blick außerdem auf kleine Projekte, "die die Stadt lebenswert machen". Sie zählte dazu zum Beispiel den Bürgerbus. Fell schlug für solch kleinere Vorhaben das Crowdfunding vor, also die Finanzierung durch Beiträge einer breiten Masse von Leuten. Das Engagement der Bürger sowie der Verwaltung sah Christian Fenn (Junge Liste) denn auch als Ressource der Stadt.

Der Haushalt
Der Verwaltungshaushalt ist 20,8 Millionen Euro groß, der Vermögenshaushalt 6,5 Millionen Euro. Die Stadt bekommt mit rund 2,9 Millionen Euro um knapp 370.000 Euro höhere Schlüsselzuweisungen. Auch bei der Einkommensteuer werden Mehreinnahmen von etwa 300.000 Euro erwartet. Bei der Gewerbesteuer wird mit 4,2 Millionen Euro gerechnet. Für 2013 waren es nach vorläufigem Stand etwas über 4,3 Millionen Euro. Die Senkung der Kreisumlage bring eine Einsparung von 80.000 Euro.