So wurden das Baugebiet "Mühlbach" erschlossen und der Kindergarten vergrößert. Jetzt fanden hier auch die Kleinen aus Reith, Frankenbrunn und Hetzlos Platz. 1978 folgte die Eingemeindung nach Oberthulba. Auch in der neuen Großgemeinde wurde Manger in den Rat gewählt und übernahm das Amt des 2. Bürgermeisters. Nach sechs Jahren stieg er aus dem Gremium aus, arbeitete aber bis zum Ruhestand 1994 im Markt Oberthulba weiter. Für sein kommunales Wirken erhielt Manger die Bürgermedaille des Marktes.
Der Bauernsohn lernte bei seinen Eltern und Mühlenbesitzern Rosalie und Eugen Manger den Müllerberuf. Die Mühle am Mühlbach hatte bereits der Urgroßvater 1867 gekauft. Sie wurde schon 1457 erstmals urkundlich erwähnt. Manger bildete sich fort und legte seine Meisterprüfung 1959 in Vers-bach ab. Ab 1965 kümmerte er sich um den elterlichen Betrieb.
Gemahlen wurden damals Roggen und Weizen der Bauern. Während die Landwirte die Kleie in ihren Betrieben verfütterten, transportierte Manger das Mehl in die Bäckerei. Dafür bekamen die Bauersfamilien Brotmarken fürs ganze Jahr. "1980 stellte ich den Mahlbetrieb ein. Mit der geringen Mühlenleistung konnte ich mit der Mühlenindustrie nicht mehr mithalten", erklärte der Jubilar.
Heute läuft zwar das Mühlrad noch, um dessen Erhalt sich Manger kümmert, es wird aber nicht mehr gemahlen, stattdessen sorgt es über eine spezielle Einrichtung für warmes Wasser. Weil das Wasser des Mühlbachs aber stetig abnimmt, wird auch das immer schwieriger.
Nach der Aufgabe des Mühlenbetriebs widmete sich Manger dem bäuerlichen Unternehmen, das er bisher schon mitführte. "Doch auch das musste ich aus gesundheitlichen Gründen 1990 aufgeben", erzählt der Thulbaer. Im eigenen Betrieb stand ihm seine Ehefrau Armella, eine geborene Reidelbach aus Frauenroth, zur Seite. Drei Kinder und sechs Enkel gehören zur Großfamilie. Seine Frau ist 2011 verstorben. Jetzt lebt Gottfried Manger mit Tochter Veronika und ihrer Familie zusammen.

Interessiert am Ortsgeschehen

Morgens kümmert er sich um die Hühner, auch in den Gärten arbeitet er jeden Tag. Dabei sorgt er oft schon vor, dass das Mittagessen rechtzeitig auf den Tisch kommt. Trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen interessiert sich der Jubilar noch sehr für das Ortsgeschehen. Das verfolgt er auch beim Morgenkaffee mit Hilfe der Zeitung.
Viele Vereine und Organisationen konnten auf seine Mitarbeit zählen. Er war Vorstand in der Katholischen Landjugend und dem Katholischen Landvolk, von 1968 bis 2002 Pfarrgemeinderat und bis 2007 noch Mesner, Lektor und Vorbeter bei Wallfahrten. In dieser Zeit wurde auch der Glockenstuhl in der Propsteikirche erneuert. Der FC Frankonia dankte mit der Ehrenmitgliedschaft für viele Jahre als Spieler und die Übernahme von Verantwortung. Auch im Schützenverein ist er Ehrenmitglied. Singen war ein besonderes Hobby von ihm. Bereits 1953 sang er im Kirchenchor und dann viele Jahre in der Chorgemeinschaft. Hier wurde er ebenfalls nach 60 Jahren Ehrenmitglied. Zudem gehört er dem Obst- und Gartenbauverein, dem Musikverein und der CSU an. "Das Jubiläum wird im Kreise der Familie gefeiert", so der nun 80-Jährige.