Eigentlich hatte sich Pfarrer Robert Augustin gewünscht, dass das neue evangelische Gemeindehaus zu Weihnachten beziehungsweise zum Jahresende fertig wird. Doch der ursprünglich angepeilte Termin lässt sich nicht halten. Dafür waren die Bauunternehmen in diesem Jahr zu ausgelastet, wie Augustin erklärt. Dennoch sind die Arbeiten an dem künftigen Zentrum für das Gemeindeleben der evangelischen Kirche weit fortgeschritten.

Eine auffällige, rote Farbe umgibt derzeit das neue Gemeindehaus. Sie stammt von der Wetterschutzfolie, in die das Gebäude gepackt ist. Wenn das Haus fertig ist, wird eine Kupferfassade zu sehen sein. Die Verkleidung ist laut Augustin bereits bestellt.

Innen müssen zum Beispiel die Decken verkleidet werden und auch die Fliesenarbeiten stehen noch aus, wie der Pfarrer bei einem kurzen Rundgang erklärt. Das Gemeindehaus besteht aus einem Saalraum, einem Besprechungsraum und einem Raum für die Jugend. Es gibt eine Küche und Toiletten, darunter eine behindertengerechte.

Der Saal wird technisch so ausgestattet, dass Gottesdienste aus der benachbarten St. Michaelskirche dorthin übertragen werden können. Vom Seitenzugang der Kirche gibt es einen direkten Eingang ins Gemeindehaus. Über den erreichen die Kirchenbesucher zum Beispiel die Toiletten im neuen Gebäude. "Bisher müssen sie dafür am Altar vorbei", sagt Augustin.

Ihren Gruppenraum können sich die Jugendlichen selbst einrichten. Dort wird es Wlan, einen vom CVJM gesponsorten Beamer und eine kleine Teeküche geben. Von dem Raum aus wird eine Terrasse zu erreichen sein. Die kann zum Beispiel zum Tischtennisspielen genutzt werden. Im Außenbereich entsteht für den benachbarten Kindergarten zudem eine Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen.

Das neue Gebäude steht nur für gemeindliche Zwecke zur Verfügung, wie Augustin erklärt. Einmal im Monat sollen sich die Kirchgänger nach dem Gottesdienst zu einem gemeinsamen Essen treffen, so eine der Ideen für das künftige Gemeindeleben.

Da sich Augustins Wunsch nicht erfüllt hat und er mit seinen Gemeindemitglieder noch nicht im Gemeindehaus auf das neue Jahr anstoßen kann, gibt es den nächsten Zieltermin: Für April ist im kommenden Jahr die Einweihung angestrebt. "Dann sollten auch die Außenanlagen fertig sein", sagt Augustin. Die Vorstellung der Konfirmanden soll zumindest bereits in dem neuen Gebäude stattfinden.

Nicht nur der Bau dauert länger als gedacht, auch die Kosten für das Gemeindehaus sind gestiegen. Ursprünglich waren 780 000 Euro angesetzt. Jetzt bewegt sich die Bausumme bei rund 930 000 Euro. "Die Landeskirche hat bereits in Aussicht gestellt, die Hälfte der Mehrkosten zu übernehmen", erklärt Augustin.

Neben Eigenmitteln und Zuschüssen nutzt die evangelische Kirchengemeinde Darlehen, um den Bau zu finanzieren. Die Schulden werden etwa 200 000 Euro ausmachen. Seit 2016 sammelt die Gemeinde auch Spenden für das Gemeindehaus. Mittlerweile steht das Spendenbarometer im Internet bei 96 122 Euro. Das bisherige Gemeindehaus dient künftig als Büro für den Pfarrer. Noch offen hingegen ist die weitere Zukunft der Christuskirche am Amtsgerichtskreisel. Da ist laut Augustin noch nichts spruchreif.