Das englische Wort "Trial" heißt Versuch. Im deutschen Sportbereich steht dieser Begriff für leichte Motorräder, die nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf das Fahren mit nahezu akrobatischer Kunstfertigkeit ausgelegt sind. Am Samstag gab es beim Automobil- und Motorsportclub (AMSC) Hammelburg für junge Interessenten Gelegenheit, in diesen Sport hineinzuschnuppern.
"Der ADAC Nordbayern bietet für Anfänger ein Motorcross- und Trialcamp an", erklärt Sportleiter Florian Arand. Der nächste Termin für ein Intensivtraining mit ausgebildeten Trainern in Hammelburg sei das letzte Wochenende in den Pfingstferien am 17. und 18. Juni, Samstag und Sonntag. Die Eltern der Kinder und Jugendlichen ab sechs Jahren seien dabei, und die Ausrüstung inklusive Motorräder werde gestellt. Nach mehreren Jahren wolle der AMSC den Trialsport vermehrt fördern und weiter ausbauen.
Zum Schnuppern waren jetzt Adrian (zwölf) und dessen Schwester Janina (14) mit ihrer Mutter Katja Schmidt vorbeigekommen. "Schon im vergangenen Jahr sind wir durch Herrn Arand auf den Trialsport aufmerksam geworden", sagt die Mutter. Ihre Kinder seien durch die sportliche Herausforderung angesprochen und recht neugierig geworden. "Es schaut einfach toll aus, und ich will das mal ausprobieren", sagt Janina. "Ich will so ein Motorrad von der Nähe kennenlernen", hat sich Adrian vorgenommen. Den Freunden daheim kann er dann berichten.


Gefühl für Gas und Bremse

Die Helme und Protektoren sind schon in Reichweite für das runde Dutzend Interessierter. Drei verschieden große Motorräder des AMSC stehen je nach Alter und Größe zur Verfügung. "Es kommt darauf an, erst einmal das Gefühl für Gas und Bremse zu bekommen", sagt Arand. Ganz langsam geht es zu Beginn vorwärts. Und das Gleichgewicht muss auf der Maschine gehalten werden. Arand: "Je jünger die Anfänger sind, desto leichter fällt es ihnen." Dass nichts Schlimmes passieren kann, ist der Sicherheitsleine zu verdanken, die magnetisch am Hauptschalter hängt. Wird diese Leine gezogen, schaltet die Maschine sofort aus.
Wie ein Profi nimmt AMSC-Fahrer Sandro Wolf die Steigungen und Abhänge mit dem Trial. Quasi aus dem Stand fünf Meter Hohe Felsvorsprünge zu nehmen und von denen wieder hinunterzuspringen, ist für ihn offenbar eine leichte Übung. "Ich bin seit drei Jahren in dieser Sportart daheim", verrät er. Klar, bis man zu solchen Fertigkeiten komme, gebe es schon einige Stürze. Das Geheimnis sei das Gleichgewicht von Mensch und Maschine. Wolf: "Man muss halt notfalls hinfallen und sich abrollen wie eine Katze." Vor allem sollte die Maschine nicht auf den Fahrer fallen. Bei Wettkämpfen stehe ein Helfer zur Seite, der das Motorrad dann festhalte.