Die jetzige Situation, dass Veranstaltungen nur mit Ausnahmegenehmigung der Behörde durchgeführt werden dürfen und wir zwar die damit verbundenen Auflagen haargenau einhalten, stellt trotzdem für den Vorstand und mich als Vorsitzenden ein erhöhtes Haftungsrisiko dar, das wir bzw. ich unmöglich tragen kann und möchte", betont Vorsitzender Dietmar Werner.

Nach ersten überschlägigen Berechnungen des Gutachters müssen etwa 500 000 Euro aufgebracht werden für notwendige Umbaumaßnahmen. "Das sind Beträge", so Werner, "die unser Verein niemals stemmen kann". Allerdings wäre die Marktgemeinde Oberthulba bereit den Umbau nach den neuesten Brandschutz-, Elektrik- und Fluchtwegbestimmungen auf ihren Namen durchzuführen und die Kosten zu tragen.

Doch hier liegt der heikle Punkt für den FC. Als von 1977 bis 1980 der Verein als Bauherr mit hohen Eigenleistungen und Eigenmitteln die Halle gebaut hat, war die damals selbständige Gemeinde Thulba nicht in der Lage, ausreichend Fördermittel bereit zu stellen. Noch kurz vor der Eingemeindung in den Markt Oberthulba wurde deshalb ein zeitlich unbegrenzter Nießbrauchsvertrag mit der Gemeinde Thulba, geschlossen, der heute noch gilt bestand hat, geschlossen. Dieser Vertrag stellt den FC Thulba als Eigentümer dar, obwohl das Gebäude auf Gemeindegrund steht.

Gemeinde fordert Vertragsende

Wenn die Marktgemeinde jetzt die enormen Umbaukosten übernehmen soll, verlangt sie den Rücktritt vom Nießbrauchvertrag. Die Halle müsste eine öffentliche Einrichtung werden wie auch die Mehrzweckhalle in Oberthulba. Der FC Thulba würde als Verwalter eingesetzt. Die Nutzung geschehe kostenfrei für Trainings- und Veranstaltungen. Am operativen Geschäft, so der Vorsitzende, würde sich nicht viel ändern. Nichts ändern wird sich an den Gebäudekomplexen Sportheim und Schützenhaus. Sie dienen ausschließlich als Vereinsheime.

In verschiedenen Gesprächen mit der Marktgemeinde wurde bereits eine Vereinbarung vorbereitet. Doch die Thulbaer möchten, dass ihre enorme Leistung beim Aufbau der Halle in der neuen Vereinbarung Berücksichtigung findet und dazu bedarf es noch einiger zu klärenden Punkte. Otto Knoblauch, Ehrenvorsitzender des Vereins: "Wir haben seinerzeit beim Bau vieles unternommen, haben neben der Eigenleistung von etwa 100 000 Euro weitere 229 000 Euro bezahlt. Dazu kamen die Förderung des BLSV und der schulische Nutzanteil." Die Gemeinde Thulba habe damals 300 000 Euro, die aus dem Eingemeindungsvertrag rühren, hinzugegeben.Das sind Leistungen in der einer Größenordnung, die wohl kein Verein der Umgebung gemacht hat, und das sollte im neuen Vertrag Berücksichtigung finden. Grundsätzlich stimme ich der neuen Vereinbarung zu."

"Man merkt, dass viel Herzblut an der Halle hängt und das nicht zuletzt aufgrund der damaligen enormen Leistung", betonte Bürgermeister Gotthard Schlereth. "Ihr hab seinerzeit klug und richtig gehandelt, deshalb ist auch die Entscheidungsfindung nicht so einfach heute. Wir wollen nichts ändern im täglichen Ablauf, jedoch müssen gemeindliche Aufgaben und Belange berücksichtigt werden." Die anschließende Abstimmung gab dem Vorstasnd das einhellige Mandat, mit der Gemeinde weiter zu verhandeln.


Reges Vereinsleben

"Dem strukturellen Problem, dass wir Mitglieder nicht halten konnten, haben wir widerstanden. Entgegen dem allgemeinen Trend ist die Mitgliederzahl des FC Frankonia Thulba von 615 auf 647 angewachsen. Stark zugenommen haben besonders die Frauen. Nicht zuletzt auch wegen der Gründung einer U 13 Damenfußballmannschaft und der Zumba-Gruppe", so Dietmar Werner zu Beginn seines Rückblicks. Auch das Eltern-Kind Turnen finde immer mehr Anklang. Entgegen früherer Gegebenheiten, stünden die Frauen nicht nur hinter der Theke und in der Sportheimküche sondern zeigen zunehmend Interesse am sportlichen und ehrenamtlichen Engagement. Unser FC ist im Vereinswesen zu einer tragenden Säule in der Marktgemeinde geworden. Derzeit stehen im Fußball 13 Mannschaften auf den Plätzen. Erfreulich ist die Jugendarbeit. In den Jugendaltersklassen von den "Ballbina kickt" und U7 bis hin zu den U 19 arbeiten wir in Spielgemeinschaften mit Frankenbrunn, Reith und Oberthulba zusammen. Erfreulich ist, dass bereits ältere und erfahrenere Jugendspieler sich in die Betreuungs- und Trainerarbeit einbinden lassen. Wir müssen uns verstärkt auf unsere Aufgaben konzentrieren, deshalb wurde auch das Thema "Stützpunkt" nicht mehr verlängert. Die Berichte der Betreuer zeigten auf welche enorme Arbeit in den einzelnen Mannschaften geleistet wird. Bernd Ließ stellte die erfolgreiche Arbeit der Seniorenmannschaften heraus. Sowohl die erste und wie auch zweite Mannschaft machen derzeit gute Arbeit. Auch Stefan Zülch von der DJK Frankenbrunn lobte die gute Zusammenarbeit. Viele Erfolge machen richtig Spaß, so die Aussagen der Betreuer. Am Herzen liegt dem FC auch der Breitensport.

Ein Dauerbrenner ist dabei Damengymnastik. Mittlerweile wurde ein zweite Gruppe gebildet. Dass hier im Verein viel geleistet wird zeigten die Abteilungsberichte wie die der Walking-Gruppe, das Eltern-Kind Turnen, die neu gegründet Zumba-Gruppe, das Mädchenturnen bis hin zu den Sportabzeichen-Wettbewerben. Walter Manger hofft, das bei den im Mai beginnenden Aktionen wieder eine rege Beteiligung kommt. Auch das Hallenräumkommando ist breit aufgestellt, würde sich aber freuen wenn noch weitere Mitglieder dazu kommen. Von einer ordentlichen Arbeit im finanziellen Bereich sprach Kassier Christof Wigand. Dem Entlastungsantrag von Friedel Weigand stimmte die Versammlung zu.

In diesem Jahr feiert der FC Frankonia 1924 sein 90-jähriges Bestehen. Wie Dietmar Werner dazu informierte sind verschiedene Veranstaltungen während des Jahres geplant. Dazu liegt bereits ein Jubiläums-Fahrplan auf.

Lob vom Bürgermeister

"Eure Berichte sind beeindruckend. Sie zeigen auch die Vielfalt. die im FC geboten wird. Es ist eine gute Arbeit für die Bevölkerung, lobte der Gemeindechef. Der FC Thulba hat eine starke Strahlkraft im Landkreis und war schon bisher ein Markstein."

Von einem breitgefächerten Angebot bei dem die Jugend gut mit eingebunden ist, sprach auch BLSV-Kreisvorsitzender Rainer Werner. Er wünscht, dass der FC Frankonia ein würdiges 90-jährige Jubiläum in diesem Jahr feiern kann.

Zahlreiche Ehrungen

Rainer Werner war auch gekommen um Ehrungen für den BLSV vorzunehmen. Das Silberne Verbandsjugend-Ehrenzeichen ging an den aktiven Jugendbetreuer und Trainer Christof Wigand. Maria Wiesler durfte sich freuen über die Verdienstnadel in Silber und Urkunde für lange Vorstandsarbeit und auch Vorsitzender Dietmar Werner erhielt die Ehrennadel des Verbandes in Silber für 15-jähriges Funktionärs-Engagement.

Auf die verschiedenen Leistungen und das verdienstvolle Engagement der langjährigen Mitglieder ging Walter Manger ein. Der Verein konnte mit Ehrennadel und Urkunden auszeichnen: 25 Jahre Mitgliedschaft: Thomas Beyer, Johannes Dunkel, Rainer Reidelbach, Christian Bürger und Reinhard Mergenthal; Für 40 Jahre wurden ausgezeichnet: Helene Manger, Erna Hüfner, Christa Bürger, Albine Bürger, Paula Kolb, Renate Heid, Maria Klünspies, Elisabeth Weigand, Gerald Bürger, Robert Weigand, Gottfried Gerlach, Alexander Hüfner, Werner Huber, Wolfgang Wigand, Roland Huppmann, Armin Huppmann und Thomas Hofmann. 50 Jahre sind Mitglied: Walter Fella, Manfred Manger (beide erhielten die Zinnplakette am Band); bereits für 60 Jahre wurden geehrt: Philipp Schipper, Hugo Bürger und Albert Manger.