Eine erste Zwischenbilanz konnte der Helferkreis für Flüchtlinge beim letzten Treffen ziehen. Regelmäßige Unterstützung habe sich eingespielt, außerdem gebe es inzwischen auch immer wieder Gelegenheiten, bei denen die 23 Menschen aus den verschiedensten Ländern wie Syrien, Irak, Ukraine, Kosovo oder Albanien mit den Menschen in ihrer neuen Umgebung in Kontakt kommen.

Der Helferkreis organisiert Unterstützung bei den Belangen des alltäglichen Lebens wie zum Beispiel Deutschkurse oder Fahrten zur Hammelburger Tafel oder zum Kleiderbasar. "Beim Erfahrungsaustausch der Gruppe gab es neben Erfolgsmeldungen auch noch einige konkrete Probleme, die es zu lösen gilt", sagte Sprecherin Christine Huppmann.

Fahrer zur Aushilfe gesucht

Zum einen werden noch Helfer für Fahrdienste gesucht. Einmal wöchentlich finden Fahrten zur Tafel nach Hammelburg statt. Treffpunkt ist jeweils donnerstags, 13.15 Uhr am Gasthaus Wolz. Hierfür werden Fahrer gesucht, die ab und zu aushelfen könnten. Wer dazu bereit wäre, bitte bei Hilde Venohr (Tel.: 0971/ 78593492) melden.

Auch beim Deutschunterricht könnte weitere ehrenamtliche Unterstützung gebraucht werden. Da es um den Grundwortschatz geht und um das gemeinsame Gespräch, könnten prinzipiell alle mitarbeiten, die an Kommunikation Freude haben. Lernhefte stehen zur Verfügung. Interessenten können sich bei Charlotte Wahler (Tel.: 09704/ 601140) melden.

Dringend sucht der Helferkreis Unterstützung bei der Hausaufgabenhilfe für die drei Flüchtlingskinder. Obwohl sie sich mit der Sprache wesentlich leichter tun als die Erwachsenen, fallen die Hausaufgaben manchmal schwer. Auch Kinder oder Jugendliche könnten hierbei mithelfen. Diesen Aufgabenbereich koordiniert Sabine Grünberg (Tel.: 09704/ 7171).

Arbeits-Verbot für Flüchtlinge

Leider sind die Flüchtlinge in Deutschland in der ersten Zeit zum Nichtstun verdonnert. In den ersten drei Monaten nach ihrer Registrierung dürfen sie nicht arbeiten, danach wäre ein 1€-Job möglich. Erst nach 15 Monaten dürfen sie eine "normale" Arbeit aufnehmen. Bürgermeisterin Patricia Schießer wird prüfen, ob die Gemeinde hier Möglichkeiten bieten kann.

An weiteren Ideen oder Kontakten hat der Helferkreis großes Interesse. Als Arbeitgeber kämen kommunale Träger, gemeinnützige Einrichtungen oder Vereine in Betracht. Ein unentgeltliches Praktikum wäre grundsätzlich für alle Flüchtlinge möglich.

Die Euerdorfer Flüchtlinge sind unter anderem als Schneiderin, Innenarchitekt, Installateur (Sanitär), Bankkaufmann, Fensterbauer/Schreiner, Polizist, Taxifahrer aktiv gewesen. Sicher wären viele auch für Hilfsarbeiten einsetzbar. Aber Huppmann mahnte: Es gehe darum, die Leute sprachlich und moralisch zu fördern, und nicht darum, sie auszunutzen. Ansprechpartnerin ist Hilde Venohr (Tel.: 0971/78593492).

Auch bei der Integration in Vereinen und Gruppen gäbe es noch Möglichkeiten. Die Flüchtlinge bringen nicht nur ihre berufliche Vorbildung mit, sondern auch ihre Hobbys und Begabungen. Unter ihnen sind viele, die beispielsweise gerne Sport machen, Stricken, Kochen, Nähen, Musizieren oder Gärtnern.

Optimal wäre es, die Leute in bestehende Vereine und Gruppen integrieren zu können. Wer Ideen und Angebote hat oder wer in Vereinen und Gruppen aktiv ist und die interessierten Flüchtlinge einfach mal mitnehmen würde, kann sich bei Gisela Bergel, Tel.: 09704/5370 melden.

Offen für jede Begegnung

Grundsätzlich seien Menschen, die persönlichen Kontakt mit den Flüchtlingen suchen, immer im Haus Wolz willkommen. Die Flüchtlinge seien nicht nur sehr dankbar für jede Abwechslung, sondern auch gastfreundlich und offen. Mittlerweile verfügten sie über ein paar Deutschkenntnisse und "mit Händen und Füßen" klappe die Verständigung auch schon ganz gut, hieß es im Helferkreis. Einfach mal einen Kaffee zusammen trinken, ein Spiel machen, miteinander spazieren gehen ... hier gebe es viele Möglichkeiten der Begegnung. Wer Kontakt aufnehmen möchte und sich alleine noch nicht traut, könne sich an die genannten Helfer wenden, die regelmäßig im Haus sind.