"Die Büchereien vor Ort werden immer wichtiger als Treffpunkt für Diskussionen und Gespräche, gerade in der digitalen Zeit", so Charlotte Wahler, Vorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft der katholisch-öffentlichen Büchereien des Landkreises.


Umstellung auf online

Zur Herbsttagung trafen sich die ehrenamtlich Aktiven der Büchereiarbeit in Elfershausen. Nach einer Besichtigung der Büchereiräume stellten Almut Koschel und Roswitha Dorobek, Mitarbeiterinnen der Würzburger KBA-Zentralstelle, wichtige Neuerungen im Bestellwesen vor, denn auch hier wird im digitalen Zeitalter demnächst online gearbeitet. "Die Bücher können auf diese Weise effizienter und schneller in den Regalen der Büchereien vor Ort landen", so Koschel. Dorobek verwies auf den realen Büchertisch, an dem sich die Tagungsgäste informieren konnten.

Ein Rückgang der Ausleihzahlen ließ sich von fast allen Büchereien vernehmen. Die zahlreichen Schulbibliotheken könnten dafür ebenso wie die demografische Entwicklung vor Ort verantwortlich gemacht werden, hieß es. Lichtblicke gebe es aber dennoch, denn der Trend lasse sich offensichtlich auch umkehren. Gerade in Büchereien, die sehr häufig Veranstaltungen anbieten und eine gute Öffentlichkeitsarbeit leisten, steige die Zahl der Ausleihen an.


Kampf um Anerkennung

Eine wichtige Rolle spielt auch die Atmosphäre der Räume. Helle, freundliche Büchereien würden eher als Treffpunkte angenommen, hieß es. Dafür sei jedoch eine gute Unterstützung von der kirchlichen und politischen Gemeinde notwendig. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten oft sehr um Anerkennung und Unterstützung zu kämpfen, so Wahler, obwohl in den Büchereien vor Ort eine unverzichtbare Arbeit geleistet würde. "Gerade für bildungsfernere Schichten wird hier ein erster Zugang zu einer Welt angeboten, die nicht nur für das Berufsleben, sondern für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung eine immense Bereicherung darstellt." Da lasse sich jeder in die Bibliotheken investierte Euro unendlich potenzieren.

Einige Büchereien des Landkreises beteiligen sich am "Monat der Spiritualität", der vom bayerischen Sankt-Michaelsbund im November ausgerufen wurde. Wahler meinte, der Monat eigne sich gut, um einmal in die örtliche Bücherei zu gehen und sich zu überzeugen, wie kompetent, aufgeschlossen und freundlich hier die Arbeit an der Basis stattfindet.