Das Gasthaus Waldesruh ist nicht alle Tage in Betrieb. Für die Bürgerversammlung aber öffnete es sich am Dienstagabend. Bürgermeister Gotthard Schlereth (FW/CSU) stellte sich nach seinem Jahresrückblick den Fragen der Anwohner.
Altbürgermeister Gerhard Adam sprach aus, was viele Schlimpfhofer zurzeit stört: "Die geplante Aufforstung direkt an der Ortsdurchfahrt (KG 18) mit schnell wachsendem Laubholz, das lediglich zur Produktion von Holzhackschnitzel dienen soll, bringt den Dorffrieden in Gefahr." Die 1,3 Hektar große Fläche (etwa drei Fußballfelder) vom Kreuzweg bis zum Ortsende Richtung Albertshausen verschandle in den kommenden 20 Jahren nicht nur das Ortsbild, sondern beeinträchtige auch die Wohnqualität der Anwohner, zu denen auch er gehöre. Adam wies ebenfalls auf die Gefahr von Wildunfällen hin, die an häufig befahrenen Straßen mit unmittelbarer Waldnähe zu erwarten seien. "Außerdem ist im Frühjahr mit Baumsamen und im Herbst mit Laub auf der angrenzenden Ortsdurchfahrt zu rechnen", so Adam.


Argumente vorgetragen

"Der Gemeinderat des Marktes Oberthulba kennt diese Argumente und hat sie gegenüber der Genehmigungsbehörde, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bad Neustadt, vorgebracht", antwortete Schlereth. Von diesem Amt sei lediglich die Auflage eines Schutzstreifens für Wild vorgeschlagen, das Gesamtprojekt aber bewilligend eingestuft worden.


Keine Änderung zu erwarten

Wie Adam war auch Schlereth der Meinung, dass durch das Vorhaben das Landschaftsbild beeinträchtigt werde. Trotz aller Einwände des Marktes sei keine Änderung von der Genehmigungsbehörde zu erwarten, hinterfragte Schlereth die selbständige Planungsfreiheit von Kommunen. Die Untere Naturschutzbehörde habe in ihrer Stellungnahme das Projekt befürwortet, was den entscheidenden Ausschlag gegeben habe.


Für Flächentausch zu spät

"Wir Schlimpfhofer haben gegen Mobilmasten und Stromtrassen gekämpft und sollen bei diesem Vorhaben scheitern?", fragten sich weitere Anwohner. "Wo bleibt die Hilfe durch unseren Rechtsstaat?", wollte einer wissen. Weitere Stimmen schlugen einen Flächentausch vor. Leider sei es für einen Grundstückstausch wegen bereits eingegangener vertraglicher Bindungen zu spät, so Schlereth. Da bleibe oft nur der Rechtsweg. Einen Mangel an Holz könne er im Bereich des Marktes Oberthulba nicht feststellen: "Wir haben genug Waldflächen für die Holzgewinnung", erwähnte Schlereth die für die Versorgung mehr als ausreichenden rund 3000 Ster Brennholz im Jahr. Da sei zu fragen, ob die wertvollen landwirtschaftlichen Flächen nicht sinnvoller für die Produktion von Lebensmitteln zu verwenden seien.


Kooperation mit Bad Kissingen

Einige Anwohner machten auf den schlechten Zustand der Verbindungsstraße nach Poppenroth aufmerksam. Da diese Strecke nur zum Teil in der Gemarkung Oberthulba liegt, müsse eine gemeinsame Aktion mit der Kreisstadt Bad Kissingen geplant werden, antwortete Schlereth. Er habe Bedenken wegen der Finanzierungslösung im Fall einer schnellen Sanierung. Weitere Anwohner meldeten das Mähen mitten durch einen Ameisenhügel und diverse Mängel von Zäunen und Lampen längs der Dorfwege. Und sie zeigten Interesse an der Gestaltung der Außenanlage an der alten Schule.