Seit 70 Jahren gehört Anton Gerlach der Feuerwehr an. Der treue Kamerad soll beim Jubiläum der Floriansjünger gebührend geehrt werden (siehe auch Infokasten). Vereinsvorsitzender Armin Wahler und Kommandant Martin Hufnagel richten ihren Blick aber auch auf die Jugend. "In puncto Nachwuchs haben wir keine Sorgen", freut sich Wahler über den guten Zuspruch. Aus dem Kreise der Jugendfeuerwehr seien einige sogar schon Berufsfeuerwehrleute geworden.
Wie es in der Anfangszeit bei der Obererthaler Feuerwehr zuging, lässt sich in der Chronik des Vereins nachlesen. Das Organ für amtliche Publikationen der königlichen Amtsgerichte Bischofsheim und Neustadt, "Rhön- & Saalpost", schrieb am 8. Mai 1890: "In Obererthal brach in der Nacht vom Samstag auf Sonntag um 12 Uhr im Wohnhause des led. Schreiners Peter Waigand Feuer aus, welches sofort auch den Dachstuhl des anstoßenden Stallgebäudes des Gastwirthes Caspar Scherpf ergriff. Durch das tüchtige Eingreifen der erst neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr, unterstützt von den übrigen Einwohnern, gelang es in kürzester Zeit den Brand zu löschen, so daß nur der Dachstuhl des Scherpf´schen Stallgebäudes abbrannte."

TSF schon 25 Jahre alt

Eine greifbare Erinnerung an die Gründungszeit der Obererthaler Wehr ist die Fahne aus dem Jahre 1889, die wie ein Schatz unter festem Verschluss gehütet wird. Die historische Uniformjacke und die alten roten Helme hingegen sind jünger. Kommandant Hufnagel schätzt sie auf die 1930er Jahre. Historische Feuerwehrgeräte hingegen sind nicht mehr vorhanden.
"Auch in der heutigen Zeit müssen wir wie vor 125 Jahren noch Brände bekämpfen", erinnert Hufnagel an die pyromanischen Anschläge vor zwei Jahren. Da brannten Scheunen und Stallungen. Das betagte TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) der Wehr, das seit 1979 rund 12 000 Kilometer fuhr, könnte allmählich durch ein neueres Modell ersetzt werden, lautet der stille Wunsch der Obererthaler Floriansjünger. Immerhin gab es vor neun Jahren eine neue Tragkraftspritze, die mittlerweile schon zu vielen erfolgreichen Einsätzen kam.

"Kleine Wehren berechtigt"

"So kleine Ortswehren wie bei uns sind durchaus berechtigt", meint der Kommandant. Auch wenn in Obererthal keine Atemschutzgeräte vorhanden seien, helfe doch die profunde Ortskenntnis und der perfekte Einsatz bei den Schlauchstrecken. "Und wenn die Hammelburger Kameraden eintreffen, steht unsere Schlauchstrecke schon", weiß Hufnagel. Unter den Aktiven der Wehr sind 60 Männer und zwölf Frauen, die Damenwehr gibt es seit 1999.
"Unser Dorf identifiziert sich mit seiner Wehr. Bei einer Einwohnerzahl von knapp über 400 ist es erstaunlich, dass unser Feuerwehrverein zurzeit 132 Mitglieder hat", ist der Vorsitzende stolz. Die Gemeinschaft halte die Wehr zusammen, auch die Jugend sei hoch motiviert, betont Wahler. Die geselligen Veranstaltungen, wie Maibaum-Aufstellung, Ferienprogramme, Fußmärsche, Herbstwanderungen und Besuche von Weihnachtsmärkten, erfreuten sich recht großen Zuspruchs.

Kooperation mit anderen Vereinen

"Dabei gestalten wir viele Feste mit den übrigen Ortsvereinen gern zusammen", unterstreicht Wahler. Wie zum Beispiel am kommenden Wochenende mit den Bäckern der Plootzgruppe. Aber auch mit den Fußballern von Rot-Weiß Obererthal, der Krieger- und Soldatenkameradschaft, den Bulldogfreunden Vorrhön, der Dorfmusik Obererthal und dem Pfarrgemeinderat lasse sich gut feiern.
Ihr 125-jähriges Bestehen feiert die Freiwillige Feuerwehr Obererthal von Samstag, 30. August, bis Montag, 1. September. Parallel zum Festgeschehen der Floriansjünger gibt es das Obererthaler Plootzfest. Am Samstag ab 20 Uhr spielt die Kultband "Rossinis" auf.
Ein Höhepunkt des Feuerwehrjubiläums wird am Sonntag der Kommers nach dem Gottesdienst sein, der um 9 Uhr beginnt. Treue Mitglieder werden geehrt, die zum Teil bis zu 70 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr angehören. Um 14 Uhr ist ein Festzug geplant. Anschließend gibt es Volksmusik mit der Gruppe Spilk, und danach spielt ab 18 Uhr die Obererthaler Dorfmusik. Am Montag herrscht Festbetrieb mit Kesselfleischessen ab 17 Uhr. Ab 18.30 Uhr gibt es den Festausklang mit den Feuerthaler Musikanten.