Es ist erstaunlich, was das elfköpfige Arbeitsteam unter der Leitung von Reinhold Zirwick geleistet hat: 367 Seiten, prall gefüllt mit Geschichte und Geschichten rund um die Marktgemeinde. Euerdorf hat jetzt "sein" Heimatbuch - ein Großprojekt, das im Rahmen der 1300-Jahr-Feier angestoßen wurde.

Im Frühsommer entschloss sich der Festausschuss, ein solches Buch anzugehen. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, und die Themenschwerpunkte sowie erste Kapitelbearbeitungen wurden mit einem Zeitraster festgelegt. "Bereits damals war klar, dass die Zeit relativ knapp bemessen war, wenn die Veröffentlichung im Jubiläumsjahr 2016 sein sollte", erklärt Reinhold Zirwick.


Die alte Chronik ist verschollen

Zunächst wurde nach vorhandenem Material geschaut. "Auch wenn ältere Euerdorfer bestätigten, dass es früher eine Chronik gab, so war diese wohl im Laufe der Zeit verschollen. Es sollte jedoch die Entwicklung unseres Dorfes in Wort und Bild - ähnlich einer Chronik - dargestellt werden."

Als Glücksfall erwiesen sich die persönlichen Aufzeichnungen in der Verwandtschaft, vom Hobby-Historikers Manfred Dotter: "Mein Cousin hat sich mit der geschichtlichen Entwicklung des Saaletals und des Marktes Euerdorf beschäftigt und seine Ergebnisse in einem Buch zusammengefasst. Dieses war jedoch seiner Familie gewidmet und sollte deshalb nicht veröffentlicht werden. Unter diesen Auflagen hat er mir das Buch geschenkt", erzählt Reinhold Zirwick. Die Arbeitsgruppe durfte jedoch auf Auszüge zurückgreifen und außerdem auf eine Zulassungsarbeit von Peter Moritz, die er als Lehramtsanwärter 1977 geschrieben hat.


Leicht lesbar und illustriert

Trotz dieser umfangreichen Basisunterlagen war den Mitgliedern der Arbeitsgruppe schnell klar, dass es sich bei diesem Heimatbuch nicht um eine wissenschaftliche Aufarbeitung im Sinne einer von Historikern erstellten Arbeit handeln konnte, auch wenn es immer Verweise auf Quellen gibt. "Es sollte vielmehr ein leicht lesbares und mit vielen Bildern illustriertes Buch werden", stellt Reinhold Zirwick die Zielsetzung vor.


Jede Menge Aufwand

Es folgten zahlreiche Meetings der Arbeitsgruppe. "Es stellte sich immer wieder heraus, dass der Projektumfang wesentlich größer als erwartet war. Trotzdem waren die Mitglieder der Arbeitsgruppe mit Begeisterung dabei, die Geschichte unserer Heimat aufzuarbeiten." So wurden in zahlreichen offiziellen Quellen und Literatur geforscht, Zeitzeugen befragt und bei der Ortsbevölkerung historische Bilder gesucht. Trotz der vielen Arbeit war das für Reinhold Zirwick und sein Team auch eine wertvolle Zeit: "Die Erstellung des Buchs hat dazu beigetragen, dass wir uns mit unserer Heimat noch enger verbunden fühlen. Alle waren mit Herzblut dabei."


Erstaunlich viel Prominenz

Entstanden ist ein Buch mit 22 Kapiteln, hinter denen sich über 130 Einzelkapitel verbergen. Über 600 Bilder, Karikaturen und Zeichnungen wurden eingearbeitet. Die Inhalte spiegeln die geschichtliche Entwicklung der Marktgemeinde wider, beispielsweise die Gerichtsbarkeiten, die Bedeutung des Weinbaus, die Situation zu Kriegszeiten, die Kirchen, Pfarrgeschichte, das Gewerbe, Lebensart der Euerdorfer, Sagen und vieles mehr.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass in der Marktgemeinde viele erfolgreiche und bekannt gewordene Persönlichkeiten beheimatet waren. "Während unserer Arbeit sind wir auf überraschende Informationen über Persönlichkeiten gestoßen, die ebenfalls in das Buch eingearbeitet wurden", erinnert sich Reinhold Zirwick. Die umfangreichen Layoutarbeiten und technische Abwicklung übernahm Bernd Kleinschmidt. Und am Dienstag, 8. November, 19.30 Uhr, ist es endlich soweit: Unter dem Titel "Euerdorf - Geschichte(n) in Wort und Bild" wird das Buch den Euerdorfer Bürgern und interessierten Gästen im Zehntkeller vorgestellt. Festausschuss und Mitglieder des Arbeitskreises freuen sich schon jetzt auf die Resonanz der Leser.