Chor und Besucher bildeten eine begeisterte Einheit beim Konzert der "KisSingers" in der Pfarrkirche St. Dionys. Die 45 Sängerinnen und Sänger - unter ihnen Evi Kiesel und Reinhard Landgraf aus Rottershausen - verstanden es zusammen mit ihrem Dirigenten Jörg Wöltche, mit Gospels und Balladen die 300 Gäste mitzureißen. Es wurde mitgesungen und geklascht bis hin zum ganz großen Chor beim mehrstimmigen Halleluja.
Die KisSingers gastierten derstmals in Rottershausen. "Ich habe mir das gewünscht und bin froh, dass wir einen Termin finden konnten. Seit Gründung singe ich im Gospelchor mit. Es macht mir nach wie vor riesigen Spaß", bekannte Evi Kiesel, die zusammen mit ihrem Bruder Klaus, der Kirchenpfleger ist, der Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat den Auftritt im Altarraum vorbereitet hatte. Musiklehrer Ralf Werner (Euerdorf) begleitete die Vorträge, bei denen weitgehend auf große Tontechnik verzichtet wurde, am Piano.


Im roten Ornat

Das Programm mit anspruchsvollen mehrstimmigen Songs hatte Kantor Wöltche passend zum Kirchenraum zusammengestellt. Dabei kam die Hilfe, die einzelnen englischen Texte im Programmblatt in Deutsch zu übertragen, sehr gut an.
Meisterhaft interpretierten die Sängerinnen und Sänger in rotem Ornat die einzelnen Werke. Schon der Einzug durch das Kirchenschiff vor zum Altar mit "Kumbaya, my Lord" ("Komm zu mir mein Gott") fesselte alle Besucher und gab die Richtung für das gesamte Programm vor. "Die Zeit um Allerheiligen und Totensonntag leitet uns in besonderer Weise an Gott zu loben und zu danken. Bei Gott findet jedes gebrochene Herz Heilung und führt in den Himmel, wie sich einst in Amerika die schwarze Bevölkerung von der Sklaverei befreite und in den Gospels ihr Leben schilderte", flocht Dirigent Wöltche zwischen die einzelnen Werke ein.
Freude und Begeisterung ließen sich allein schon aus den strahlenden Gesichtern der Mitwirkenden ablesen und steckten sichtbar die Gäste an. Bei manchen Weisen wie der Ballade "Broken hearted" ("Gebrochene Herzen") lauschten alle ganz ergriffen den wunderbaren Klängen, während bei lebhafteren Stücken wie "Sing and pray" rhythmisches Klatschen den Gesang begleitete.
Die Aktivitäten steigerten sich bei einigen Stücken, die für Gehörlose mit Gebärdensprache begleitet wurden. Dirigent Jörg Wöltche, der die einzelnen Lieder für seinen Chor arrangierte, führte jeweils in die Inhalte der Songs ein. Mal temperamentvoll, mal mehr zurückhaltend führte er den Chor zu Höchstleistungen. Einzelne Solisten bereicherten die Vorträge und belegten das großartige gesangliche Können. Die Sängerinnen und Sänger benötigten kein Liederheft. "Wir beherrschen die Texte, die wir uns gerne einprägen. So macht das Singen noch mehr Freude", bekennt Evi Kiesel.
Am Ende gab es nur strahlende Gesichter, zumal Zugaben den lang anhaltenden Applaus belohnten. Roland Seufert machte sich als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates zum Sprecher der Gäste: "Wir dürfen viele Anstöße mitnehmen. Die Lieder hallen nach und geben uns Mut und Zuversicht in allen Lebenslagen." Für die Kirchengemeinde brachte das Konzert eine besondere Hilfe; denn aus den Spenden - der Eintritt war frei - bleibt ein Teil vor Ort und dient der Abfinanzierung der Orgelsanierung.


Weiteres Konzert

Am Samstag, 10. Dezember geben die KisSingers um 19.30 Uhr in der Erlöserkirche ein weiteres Konzert mit "komplett anderem Programm", wie Wöltche in seiner Einladung anmerkte. Karten können im Vorverkauf bei Mode-Ludwig oder Buchhandlung Reinisch ab sofort erworben werden.