Mit etwa 50 Teilnehmern war es in Arnshausen am Dienstag die bestbesuchte aller acht Versammlungen, zu den das städtische Bauamt in den vergangenen zwei Wochen in den Stadtteilen eingeladen hatte. Nach der Auftaktveranstaltung Ende Juni im Tattersall sollten die einzelnen Ortsrundgänge und Diskussionsrunden den von der Stadt beauftragten Planern Aufschluss über die Wünsche der Einwohner zur langfristigen Entwicklung ihres Dorfes geben.


Klagen und Protest

Wegen starken Regens musste der Rundgang in Arnshausen zwar ausfallen. Doch umso intensiver nutzten die Einwohner die Gelegenheit zum Gespräch: Zwei Stunden lang besprach Leonhard Valier vom Bamberger Stadtplanungsbüro Wittmann, Valier & Partner, unterstützt durch Lisa Lorenz vom Nürnberger Büro Planwerk sowie Bauamtsleiter Jan Voll und Stadtplanerin Christine Schwind, nicht nur strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtteillebens, sondern musste sich auch Klagen und Protest anhören. Immer wieder sah sich Valier genötigt, die teils heftige Diskussion auf den ihm erteilten Auftrag zur Planung eines stadtteilbezogenen Gemeindeentwicklungskonzeptes zurückzuführen.


Gesonderte Anhörung

Großen Gesprächsbedarf seitens der Arnshäuser gab es vor allem bei dem im Rahmen der Dorferneuerung bereits erarbeiteten Plan zur Umgestaltung des Kirch- und Dorfplatzes. Nur ungern ließen sich die Anwesenden von diesem Thema abbringen. Erst nach mehrmaligem Versuch gelang es Valier, die Gemüter etwas zu beruhigen, und empfahl der Stadtverwaltung, eine gesonderte Anhörungsveranstaltung zu diesem Thema durchzuführen. Christine Schwind sagte dies für den Herbst zu.
Auch der zeitnahe Bau des Autobahnzubringers B 286neu war bei den Arnshäusern "ein sehr emotionales Thema", wie Valier feststellen musste. "Wenn Sie das Schlafzimmer direkt an dieser Straße haben, gehen Sie morgens gern zur Arbeit", schilderte ein Anwohner voller Ironie die augenblickliche Verkehrssituation an der Hauptstraße. Doch auch hier musste Valier auf die Verantwortlichen im Bund und den Bundesverkehrswegeplan verweisen, versprach aber Unterstützung: "Unsere Formulierungen werden die Dringlichkeit unterstreichen."


Runder tisch zu Schulen

Nur mit Mühe und gelegentlichem Machtwort schaffte es Valier dann doch, wenigstens drei Punkte als mögliche Beiträge zum Gemeindeentwicklungskonzept aufzulisten. Auf lange Sicht werde man sich auch in Arnshausen akzeptieren müssen, dass sich nicht jeder Stadtteil eine eigene Grundschule leisten kann. Er verwies auf die drei Schulen in Arnshausen, Reiterswiesen und Garitz und schlug deshalb einen Runden Tisch zur Findung eines einzigen bestgeeigneten Standortes vor. Als Widerspruch im Feuerwehrhaus laut wurde, schaltete sich auch Joachim Maier vom Amt für ländliche Entwicklung in die Diskussion ein: "Sie werden sich mit dieser Frage befassen müssen."


Dreckbecken statt Tretbecken

Als weiteren möglichen Beitrag zur Stadtteilentwicklung nannte Valier das Kneippbecken und dessen Umfeld. "Tretbecken ist Dreckbecken", beschrieb ein Arnshäuser dessen Zustand. Außer der Sanierung des in die Jahre gekommenen Beckens können sich die Einwohner den Ausbau seines Umfeldes zu einem kleinen Fitnesspark mit Outdoor-Trimmgeräten für Senioren vorstellen.
Nicht unbedingt aus seiner Sicht als zwingend notwendig, wohl aber als "neuralgisches Thema im Dorf" nahm Valier das Fehlen von Pkw-Stellplätzen im Ortskern und am Feuerwehrhaus in die Projektliste auf. Vor langer Zeit sei ein Parkplatz oberhalb der Kapelle geplant gewesen, erfuhr er von einer Anwohnerin. Ein anderer Arnshäuser ergänzte, jetzt habe der Linienbus bei kirchlichen Anlässen oft Schwierigkeit, durch die vollgeparkte Straße zu kommen, und mache durch Hupen auf sich aufmerksam. "Das ist bei Beerdigungen doch recht störend."