Manuela Möller ist angekommen. Und das nach nur wenigen Wochen Probezeit. Als neue Dirigentin der Bläservereinigung hat sie beim Weihnachtskonzert die Herzen der Burkardrother im Sturm erobert.
Dabei lag die Messlatte diesmal besonders hoch. Nicht nur wegen der außergewöhnlichen, zeitgenössisch arragnierten Stücke, die das Orchester zum Besten gab, sondern auch wegen des Anspruchs an die Qualität der Musiker.
Doch mit enormer Spielfreude und einem guten Händchen für die einzelnen Register konnte sie als neue Kapellmeisterin Höchstleistungen herauskitzeln. Ergebnis: Dem Publikum hat das Weihnachtskonzert gefallen. Es spendete immer wieder reichlichen Applaus zwischen den Stücken. Zum Schluss gab es sogar Standing Ovations, die das Orchester mit einer Zugabe belohnte.
"Es war ein Genuss", schwärmte Maria Schulz nach dem Konzert und gratulierte der neuen Dirigentin zum gelungenen Start. Die Langendorferin hatte ihre Mutter besucht, die in Burkardroth wohnt und im Chor der Sängervereinigung mitsingt. "Von den Bläsern her war es runder als in den vergangenen Jahren", sagte sie. Jemand rief im Vorbeigehen, es sei das beste Konzert seit Jahren gewesen.


Es geht voran

Auch Ewald Söder, der ehemalige musikalische Leiter der Bläservereinigung zeigte sich begeistert. "Das Konzert hat mir gut gefallen, vor allem, weil es nicht zu laut und nicht zu lang war", so der 78-Jährige. Söder hat das Orchester 40 Jahre lang musikalisch geleitet, es von 1967 an mit aufgebaut. "Ich bin froh, wenn es vorangeht und das Niveau bleibt", fügte er hinzu.
Auch den Musikern hat das Weihnachtskonzert sichtlich Freude bereitet, obwohl so manche Herausforderung auf sie wartete, beispielsweise im Schlagwerk, in dem diesmal vier Mann musizierten. Beim Arrangement "Winter Wonderland" von Heinz Briegel spielte Thomas Manger die Chimes, die Röhrenglocken. "Es ist ganz schön anstrengend in diesem Stück nur fünf Mal die Pauke zu schlagen und dann vier Mal die Chimes. Da musst Du zählen, da wirst du verrückt", erzählt er. Doch beim Konzert hat er sich nicht verzählt, jeder Paukenschlag, jeder Glockenklang saß. Trotz frühlingshafter Temperaturen spürte man in der Kirche förmlich den Schnee fallen, hörte den Schlitten durch den Schnee gleiten, mal langsamer, mal schneller. Und Manuela Möller lächelte, das ganze Konzert über.
"Mir hat es total Spaß gemacht", schildert sie ihre Eindrücke von ihrem ersten Auftritt als musikalische Leiterin der Bläservereinigung. Aufgeregt war die 26-Jährige, die aus Wildflecken stammt, deshalb aber nicht. "Das bin ich meistens einen Tag vorher oder morgens. Bis zum Konzert legt sich das", sagt sie. Letzte Sicherheit habe ihr dann die Anspielprobe mit den Musikern gegeben. "Da wusste ich, es ist alles an seinem Platz. Ich hatte ein gutes Gefühl", so Manuela Möller.


Prima geklappt

Dieses Gefühl übertrug sich während des Konzertes nicht nur auf die Musiker, die einmal mehr zeigten, wie abwechslungsreich sie musizieren können, sondern auch auf die Sänger der Sängervereinigung. Sie hatten gemeinsam mit den Bläsern das Stück "Es ist wieder Weihnachtszeit" nach einem Arrangement von Erwin Jahreis einstudiert und vorgetragen. Obwohl die beiden Musikgruppen nur zwei Mal miteinander proben konnten, hat der Auftritt prima geklappt. "Frau Möller strahlt einfach Ruhe aus", schildert Sängerin Anne Keppels ihre Eindrücke.
Neben all der musikalischen Höchstleistungen von Sängern und Bläsern blieb in dem Konzert auch Zeit für Besinnliches. Die füllte Pfarrer Stephan Hartmann mit einer Geschichte zum Lied der Weihnacht aus, die Musik als Botschaft der Engel interpretierte.