Schüchtern steht Isabella da. In ihren Händen hält sie einen Milchkarton. Doch als solcher ist er kaum noch erkennbar. Die Zehnjährige hat ein Futterhäuschen mit Sitzstange daraus gebastelt und es mit hellblauer Farbe angestrichen. "Das habe ich gestern gemacht", erzählt sie. Dieter Fünfstück ist begeistert. "Das hast du aber toll hinbekommen." Der Vogelschutzexperte des Landkreises ist zu Gast in der Grundschule Lauter. Und das nicht ohne Grund. Eine Plakette hat er mitgebracht, die er den Schülern und Schulleiterin Claudia Klaas überreicht. "Diese Schule ist unser Partner im Naturschutz" steht darauf. Es handelt sich um eine Auszeichnung, die nur wenige Einrichtungen bekommen.

"Eure Schule, die auch eine Umweltschule ist, nimmt schon seit zehn Jahren an der Haus- und Straßensammlung für den Landesbund für Vogelschutz teil", erklärt Fünfstück, weshalb ausgerechnet diese Einrichtung im Markt Burkardroth damit ausgezeichnet wird. Mehr als 5000 Euro haben die Jungen und Mädchen in Lauter und Premich während dieser Zeit zusammengetragen. "Das Gymnasium in Münnerstadt hat nur 500 Euro mehr gesammelt", sagt Fünfstück zum Vergleich.


Investitionen in der Region

Doch wofür werden diese Spenden verwendet? Das Geld fließt zunächst in den Gesamthaushalt des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und wird später wieder in der Region investiert. "Wir finanzieren damit verschiedene Projekte" sagt der Kreisvorsitzende. Unter anderem werden davon Grundstücke und Biotope gepflegt sowie Nistkästen angebracht. Als regionales Beispiel nennt Fünfstück die Brutröhren für Steinkäuze in Obstbäumen oberhalb von Stralsbach.


Bestandteil des Unterrichts

Aber die Grundschüler im Markt Burkardroth tun noch mehr für den Vogelschutz als "nur" Geld zu sammeln. Regelmäßig stehen Themen rund um die Vögel auf dem Programm der Schulgarten-AG, die es schon seit vielen Jahren am Lauterer Schulhaus gibt. Zurzeit basteln die Kinder Futterstationen. "Ich habe mit meinem Opa eine aus Holz gebaut und im Wald aufgehängt", erklärt der neunjährige Jonas, der in Stralsbach wohnt. "Es war halt ein schöner Klotz dafür", fügt er hinzu. Ayleen füttert regelmäßig mit ihrer Oma die Vögel. "Manchmal knacken wir extra Nüsse und legen sie auf das Fensterbrett", verrät das Mädchen aus Katzenbach.

Marie hingegen kümmert sich mit ihrer Familie darum, dass die Vögel Nistplätze finden. "Meine Oma tut immer Stroh in den Nistkasten. Da legen die Vögel ihre Eier rein", erzählt die Neunjährige, die auch aus Stralsbach stammt. Der gleichaltrige Nico wiederum hat große Freude daran, die Vögel einfach zu beobachten. "Ich kenne mich mit den verschiedenen Arten ganz gut aus", erzählt er stolz. "Zu unserem Vogelhaus kommen immer Blau- und Kohlmeisen. Aber auch Amseln und Rotkehlchen", fügt er hinzu. Letztere haben einen roten Bauch, betont er.


Die Kinder sind sehr interessiert

Auch Isabella beobachtet gerne Vögel. Deshalb hat sie die Futterstation aus dem Milchkarton gebastelt. "Die Anleitung dazu habe ich in einem Buch hier in der Schule gesehen", sagt sie. Doch es ist nicht ihre erste Bastelei. Eine weitere Futterstation hängt bereits im heimischen Garten in Stralsbach. "Es kommen viele Meisen und auch ein Star", erzählt die Zehnjährige. Der hatte diesen Sommer unterm Dach gebrütet. Nun möchte Isabella von Dieter Fünfstück wissen, wo sie die zweite Futterstation am besten anbringen kann. "Die kannst du ruhig etwa zwei, drei Meter von der anderen entfernt dazu hängen", empfiehlt der Experte.

Zum Abschluss seines Besuches verspricht er den Kindern, bald wiederzukommen. "Im Sommer werden wir etwas mit Fledermäusen bei euch im Schulwald an der Hermannsruh machen", so Fünfstück. "Ich glaube, das kaum einer von euch schon mal eine Fledermaus gesehen hat", fügt er hinzu. Doch er wurde eines Besseren belehrt. Zahlreiche Finger gehen nach oben. Schließlich berichten die Kinder von ihren Begegnungen mit Fledermäusen, die sie unter anderem bei einer Höhlenwanderung oder in der Scheune haben hängen sehen.