Der Markt möchte sich und seine Schulen für den Herbst und eine eventuelle vierte Welle vorbereiten. Für eine hitzige Debatte sorgten insbesondere die Luftfilter für die Schulen. Denn: Der Markt Burkardroth möchte seine Schulen - im Falle eines weiteren Lockdowns geöffnet halten. Im Plenum debattierten die Räte über verschiedene Ansätze, der Situation Herr zu werden. Das Problem: Bisher gibt es keine Empfehlung offizieller Seite, welche Geräte ausreichend sind. Zwar gibt es Förderprogramme zu diversen Geräten, jedoch bestünde die Gefahr, dass diese - sobald Empfehlungen ausgesprochen werden - von der Reinigungs- und Filterleistung nicht ausreichend seien, so Rathauschef Daniel Wehner (CSU).

Florian Eickhoff machte das Dilemma deutlich: "Wir wissen weder was wir kaufen sollen, noch ob die Schulen offen bleiben im Herbst oder wie viel Filteranlagen helfen. Aber wir sollen 150000 Euro investieren, in etwas das schlimmstenfalls wie eine Seifenblase platzt?" Johannes Schlereth (zufällige Nahmensgleichheit mit dem Autor) mahnte an: "Wir wissen nicht was kommt. Wenn es eine Empfehlung gibt, dann ist der Markt leergekauft."

Ein anderer Gemeinderat brachte den Vorschlag an, die Summe bereitzustellen, und die Verwaltung die Geräte aussuchen zu lassen. Davon war jedoch Kämmerer Heiko Schuhmann nicht zu begeistern. "Es gibt keine Empfehlungen - ich kann das nicht ruhigen Gewissens entscheiden." Die Verantwortung, eventuell auf die falschen Geräte - und damit eventuell auf Schulschließungen zu setzen, wollte niemand tragen.

Letztlich entschied sich das Gremium dafür, sich zunächst sowohl beim Landkreis als auch beim Gemeindetag umzuhören, welche Geräte im Lockdown einen Schulbetrieb ermöglichen. Gibt es eine Empfehlung seitens der Stellen, möchte die Kommune die Geräte beschaffen. In dem Fall finden sich die Filtergeräte auf einer der nächsten Tagesordnungen des Marktgemeinderates. Gibt es keine Empfehlung, sollen keine Anlagen beschafft werden. Dem Beschlussvorschlag folgten bis auf Florian Eickhoff und Johannes Schlereth alle Mitglieder des Gremiums.

Grund zur Diskussion bot weiterhin ein Bauantrag auf der Stangenrother Gemarkung. Eine Firma aus dem Markt Burkardroth möchte eine Zwischenlagerstätte für Findlinge und Wurzelgehölz in der Nähe der Erdaushubdeponie bauen. Die Fläche gehört dem Markt Burkardroth und ist derzeit an einen Landwirt verpachtet. Die Stangenrother Gemeinderätin Marion Zehe konnte der Idee nur wenig abgewinnen: "Es ist mitten in der Flur und gut zu sehen. Sonst sind wir so streng im Außenbereich." Ihr stellte sich die Frage, ob es nicht noch andere Flächen gibt.

Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) verwies darauf, dass es von seiten der Verwaltung die bestgeeignetste Fläche sei. "Die Zufahrt ist so ausgebaut, dass sie mit der Verkehrslast zurecht kommt, andernorts ist das nicht der Fall." Dem stimmte Johannes Schlereth zu. "Wir haben hier auch Firmen, die wir berücksichtigen müssen", kommentierte er die Situation. Eugen Edelmann aus Premich sah das ähnlich: "Firmen brauchen was zum abladen." Auch sei die etwa 120 auf 50 Meter große Fläche laut Schlereth nicht allzu einsehbar: Es bestünde eine Neigung im Gelände.

"Nur weil wir "ja" sagen, heißt das noch nicht, dass das Landratsamt mitgeht", versuchte Daniel Wehner Zehes Bedenken zu zerstreuen. "Geben wir und das Amt ein "ja", können wir mit der Firma immer noch Pachtkonditionen aushandeln." Florian Eickhoff betonte, dass die Kommune nicht besonders reich mit Firmen gesegnet sei. Eugen Edelmann verwies darauf, dass erst die Konditionen feststehen müssten, bevor über den Bauantrag entschieden werden könne. Die Mitglieder im Gremium verrannten sich in eine recht hitzige Debatte, die Ariel Karwacki schließlich entschärfte: "Wir haben hier einen Bauantrag, wir geben unser Einvernehmen - alles andere macht das Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Wenn das Landratsamt dann sein "okay" gibt, braucht es immer noch das "ja" von uns - es ist ja unser Grundstück." Nach längerer Debatte sprach sich das Gremium mit 13 Stimmen für das Projekt aus. Sieben Gemeinderäte stimmten gegen das Vorhaben.

Sein Placet gab das Plenum auch diversen Bauanträgen. In Gefäll darf ein Bauherr nun eine Holz- und Gerätehalle errichten. "Sehr unproblematisch" war laut Daniel Wehner der Antrag aus Stralsbach. Dort möchte ein Einwohner ein Doppel-Carport mit Abstellraum bauen. Das sahen die Gemeinderäte ähnlich - sie gaben dem Vorhaben ihr Einvernehmen. Einstimmig nahmen das Gremium auch den Bauantrag aus Katzenbach an. Dort soll ein Einfamilienhaus mit Garage entstehen. Letztere ragte in den Plänen jedoch über die Baugrenze hinaus, der Stauraum vor der Garage war ebenfalls nicht gegeben. "Die Grenze nach vorn ist uns heilig", sagte Daniel Wehner. Nach einem Gespräch mit dem Bauherren habe sich dieser entschlossen, seine geplante Garage aus dem Bauantrag des Hauses zunächst zu streichen. "Er wird sie jetzt in einer der nächsten Sitzungen nachreichen", hieß es vom Rathauschef.

Keine Einwände gab es gegen eine Bauleitplanerische Änderung der Stadt Bad Kissingen. "Das betrifft uns nicht, wir werden lediglich gehört." Belange des Marktes würden nicht berührt. Die Verwaltung darf dies auch in weiteren Schritten nach Bad Kissingen kommunizieren.