Die Wettkämpfe der geladenen Wehren standen beim Speicherzer Sommerfest der Feuerwehr wie immer unter dem Motto der Kameradschaftlichkeit. Mit Speicherz eiferten Oberzell und Uttrichshausen um den Sieg. Feuerwehrtechnisches Können stand dabei im Hintergrund. "Wir machen die Gaudi-Spiele jetzt zum fünften oder sechsten Mal", erzählt Martin Dehler, Kommandant der Speicherzer Wehr. Zum Sommerfest sollten Kameradschaft, Teamgeist und Spaß wichtiger sein.

Wer bei Luftballon-Aufblasen oder Sackhüpfen an Kindergeburtstag denkt, liegt hier falsch. Eindeutige und strenge Regeln galten während der Spielwettkämpfe. So mussten die Luftballons durch einen Verteiler und D-Schlauch aufgeblasen und zum Platzen gebracht werden. Vier Männer aus jeder Mannschaft bewältigten diese Aufgabe. Ebenfalls zu viert galt es, in einem Big Bag über die Ziellinie zu hüpfen. Diese Disziplin erfolgte fast in Slow Motion, t rotzdem stand den Feuerwehrmännern der Schweiß auf der Stirn.
Beim Sommer-Skilaufen waren ähnliche Teamarbeit und Absprache gefragt, ebenso beim Kistenrennen. Die Feuerwehrler sollten über einen Steg aus Bierkisten ins Ziel laufen, indem immer die letzte Kiste nach vorne gereicht und angelegt wurde. Nicht, wer mit dem ersten Mannschaftsmitglied über die Ziellinie kam, galt als Sieger, sondern, wer die letzte Kiste ins Ziel gebracht hatte. Die knallharten Regeln wurden Speicherz zum Verhängnis, ihre finale Kiste stand noch 3 Zentimeter auf der Linie, als sie abstiegen. Die Zeit lief weiter, Speicherz musste noch einmal die Strecke hinter sich bringen.
Ebenso unerbittlich war Schiedsrichter Walter Muth beim Aufbauen der Löschstrecke. Jedes falsche oder fehlende Kommando wurde mit fünf Strafsekunden geahndet.
Während sich die Oberzeller nach der Gesamtauswertung schon dem verdienten Kühlen widmeten, mussten Uttrichshausen und Speicherz um den zweiten Platz kämpfen. Die Patt-Situation wurde in einem erneuten Kistenrennen entschieden. Hier hatte Speicherz eindeutig die Nase und die letzte Kiste vorn.
Obwohl sich keine der Mannschaften etwas schenkte, galt bei allen Feuerwehrmännern der olympische Gedanke: "Dabei sein ist alles." Der Spaßfaktor und die Kameradschaft wurden von allen Seiten hochgelobt. Auch Martin Dehler war mit dem Fest zufrieden: "Verlierer gibt's hier nicht."