Ihr "Kerngeschäft", das Löschen von Bränden beherrschen die Feuerwehren aus dem Effeff. Zu reinen Brandeinsätzen werden sie allerdings immer seltener gerufen, dafür um so häufiger, um technische Hilfe zu leisten oder zu "sonstigen Einsätzen". Deshalb stand bei der jüngsten Großübung der Feuerwehr Nüdlingen keine Brandbekämpfung an, sondern eine groß angelegte Vermisstensuche, bei der allerdings Feuer auch eine Rolle spielte.

Der angenommene Fall: Am Abenteuerspielplatz, hoch oben am Wurmerich, wurde gegrillt und irgend jemand habe Benzin in die glimmende Holzkohle geschüttet, worauf es zu einer explosionsartigen Stichflamme gekommen sei. Mindestens zehn Personen hätten Verletzungen erlitten und seien angesichts der um sich greifenden Flammen in Panik in die angrenzenden Wälder geflüchtet.

So wurden bei hereinbrechender Dunkelheit neben der Nüdlinger Wehr noch Münnerstadt und Poppenlauer alarmiert sowie das Rote Kreuz. Und insbesondere die kompletten Rettungshundestaffeln, die der Leitstelle Schweinfurt unterstehen, also der Johanniter und des Roten Kreuzes. So kamen insgesamt weit mehr als 20 Hundeführer aus Schweinfurt, Bad Kissingen und aus den Landkreisen Haßberge und Rhön-Grabfeld zusammen.

Da das Gelände - geübt wurde vom Nüdlinger Talkessel bis weit hinter die B 19 - auch einige Steinbrüche aufweist, wurde die Bergwacht einbezogen. Und in der Tat, Personen die von Feuerwehr und Hunden nicht aufgespürt wurden, konnten dank modernster technischer Hilfe durch sie ausfindig gemacht werden. Mit einer Wärmebildkamera konnten, bei inzwischen stockdunkler Nacht, Personen oder auch Tiere auf Entfernungen von teilweise über einem Kilometer "sichtbar" gemacht werden. Feuerwehr und Rettungsdienst oblag es dann, die Personen zu bergen, zum Teil sogar erst aus misslichen Situationen zu befreien, denn einige der "Verletzten" waren auf Hochständen zusammengebrochen oder hatten sich im steilen Gelände verstiegen.

Da sich die Übung auf mehrere Quadratkilometer erstreckte, waren vom Roten Kreuz auch die Einsatzleitung mit Fahrzeug, mehrere Schnelleinsatzgruppen und Transporteinheiten aus den Bereitschaften Münnerstadt und Bad Kissingen vor Ort. Die Einsatzleitung lag bei Kreisbrandinspektor Edwin Frey, dessen Sohn und Kommandant der Nüdlinger Wehr, Alexander Frey, die Übung vorbereitet hatte. Insgesamt waren mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort.