Einen Tag vor Heiligabend war dann Bescherung: 2120 Euro durften diesmal die "Versteckten Engel" entgegennehmen, eine vor sechs Jahren eingerichtete Abteilung der Kissinger Tafel zur Unterstützung notleidender Kinder im Landkreis.

"Wir nutzen das Geld zur Erfüllung kleiner Weihnachtswünsche", freute sich Marina Schachenmayer-Wiesend, Sprecherin der Versteckten Engel. Es sei schließlich Sinn des Weihnachtsfestes, "anderen Menschen eine Freude zu machen". Mit Vereinskollegin Dagmar Ziegler dankte sie allen Spendern und der Facebook-Gruppe. Natürlich mussten beide "Engel" nicht erst jetzt die Weihnachtsgeschenke besorgen, sondern hatten schon im Vorgriff auf die zu erwartende Spendensumme Spielzeug und Kleidung für die zu beschenkenden Kinder eingekauft.
"Ihr ermöglicht mit Eurer Hilfe, dass Kinderaugen leuchten, und das ist ein schönes Gefühl", hatte Jens Nöhrbaß zu Beginn der Sammlung die Facebook-Gruppe zum Spenden ermuntert. Vier Wochen lang konnte man bei seinem "Helferlein" Reinhard Weigand immer dienstags und donnerstags zu bestimmten Zeiten in einem Café die Spende persönlich abgeben. Zu anderen Zeiten stand Spendenbox in gastronomischen Betrieben und in Geschäften, damitb deren Kundschaft einzahlen konnte.

Ein Viertel der Spendensumme kam bargeldlos über PayPal, drei Spenden kamen wieder aus den Vereinigten Staaten. Oberbürgermeister Kay Blankenburg dankte der Facebook-Gruppe für ihre Aktion und freute sich besonders, dass diesmal notleidende Kinder bedacht wurden. "Ich war vor sechs Jahren bei der Gründung der Versteckten Engel dabei und finde die Idee toll." Denn die Kissinger Engel beschenken solche Kinder nicht nur zu Weihnachten, sondern immer, wenn Hilfe erforderlich ist. Die Kinder oder Eltern bekommen kein Bargeld zum Einkaufen, sondern direkt das benötigte Sachgut. "Niemand erfährt von unserer Hilfe, nur die Beschenkten." Hinweise auf notleidende Kinder bekommen die Versteckten Engel von der Caritas, den Familienbegleitern des Mehrgenerationenhauses, von Grundschullehrern undKita-Erzieherinnen.

Kaum war die Übergabe auf Facebook verkündet, kamen begeisterte Kommentare aus der Gruppe. "You guys are amazing!", schrieb Hannelore Davis aus den USA. Initiator Jens Nöhrbaß, der wegen einer Reha-Maßnahme die Sammlung nur über Facebook begleiten konnte, plant schon die nächstjährige Weihnachtsaktion. "Ihr steht auf meiner Liste ganz oben", warnte er scherzhaft jene Facebook-Freunde auf Facebook vor, die heuer ihr Spendenversprechen bei ihm noch nicht eingelöst hatten.