Photovoltaik, E-Mobilität, LED-Beleuchtung und Nahwärme - ausgehend von diesen vier Themenfeldern wollte die Redaktion wissen: Was tun die Kommunen im Altlandkreis Bad Brückenau für die Energiewende? Wo produzieren sie selbst Energie, wo setzen sie auf erneuerbare Quellen und wo sparen sie Energie ein? Die Redaktion hat dazu bei den Geschäftsleitern der einzelnen Kommunen angefragt.

Die Ergebnisse der Umfrage stellt die Redaktion in zwei Beiträgen vor, von denen der erste bereits erschienen ist. Den Auftakt in Teil 1 machten am vergangenen Mittwoch die Stadt Bad Brückenau, der Markt Zeitlofs, die Gemeinde Oberleichtersbach und der Markt Schondra. Im zweiten Teil folgen heute nun die verbleibenden vier Kommunen des Altlandkreises. Das sind im Einzelnen: Der Markt Wildflecken, der Markt Geroda sowie die Gemeinden Motten und Riedenberg.

Wildflecken

1. Photovoltaikanlagen: Auf dem Dach des Wildfleckener Rathauses ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 3,3 Kilowatt installiert. Die Anlage gibt es dort inzwischen seit mehr als 20 Jahren. Sie wurde am 9. September 1998 in Betrieb genommen, wie Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz auf Anfrage berichtet.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge: Seit Dezember 2020 gibt es am Haus der Schwarzen Berge in Oberbach eine E-Ladesäule. Auch Ladeplätze für E-Bikes sollen dort im Laufe des Jahres in Betrieb gehen. Diese fallen jedoch in die Zuständigkeit des Landkreises, nicht in die des Marktes Wildflecken. Die Kommune selbst ist Mitglied im Zweckverband für Elektromobilität des Landkreises Bad Kissingen, wie Kleinheinz berichtet. Eine Studie habe gezeigt, dass für den Markt gegebenenfalls die Anschaffung eines Pedelecs (E-Bike) sinnvoll wäre. Für die Verwaltung und den Bürgermeister gibt es aktuell keine E-Fahrzeuge, wie der Geschäftsleiter weiter mitteilt. Die Kleinfahrzeuge seien noch relativ neu. "Daher ist gegebenenfalls erst bei einer Neuanschaffung ein E-Fahrzeug möglich beziehungsweise denkbar", erklärt Kleinheinz. Für die Großgeräte des Bauhofs, wie Unimog oder Traktoren, gebe es momentan noch keine geeigneten und leistungsstarken E-Fahrzeuge als Ersatzmöglichkeit. Der Wildfleckener Bürgermeister nutzt indes privat ein Plug-In-Fahrzeug (Hybrid).

3. LED-Beleuchtung: Hier hatte sich in der ursprünglichen Darstellung ein Fehler eingeschlichen. Es wurde erklärt, dass der Markt Wildflecken bislang nicht auf LED-Beleuchtung umgerüstet hat. Dies ist jedoch in Teilen bereits der Fall. "In allen Ortsteilen sind schon viele einzelne Brennstellen und zum Teil auch längere Straßenzüge auf LED umgerüstet. Insgesamt etwa ein Drittel der Brennstellen", berichtet Geschäftsleiter Daniel Kleinheinz. "Neue oder auch defekte Brennstellen werden natürlich in Zusammenarbeit mit dem Bayernwerk auf LED umgerüstet." Nur eine komplette Umrüstung sei eben noch nicht erfolgt.

4. Nahwärme: Bisher gibt es im Markt Wildflecken noch kein Nahwärmenetz. "Gegebenenfalls könnte sich aber mit dem geplanten Rechenzentrum eine Möglichkeit für ein Fernwärmenetz ergeben, da im Rechenzentrum enorme Hitze-Energie abgegeben wird", sagt Kleinheinz. Hier habe man aber noch keine genauen Informationen.

5. Sonstige Maßnahmen: Bei Neubauten und Sanierungen, wie zum Beispiel in der Sinntalschule, werde nach dem aktuellen Stand der Technik gebaut. Auch bei Anschaffungen stehe immer der Punkt "Energiesparen" an hoher Stelle, führt Kleinheinz aus.

Geroda

1. Photovoltaikanlagen: Im Markt Geroda gibt es keine Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden oder im Besitz der Kommune, wie die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bad Brückenau auf Anfrage mitteilt.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge: E-Ladesäulen gibt es im Markt Geroda aktuell keine. Die VG Bad Brückenau verweist aber darauf, dass das in Planung sei. E-Fahrzeuge gibt es im Fuhrpark der Kommune und des Bürgermeisters nicht.

3. LED-Beleuchtung: Die komplette Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED wird derzeit angegangen, wie die VG Bad Brückenau auf Anfrage weiter mitteilt.

4. Nahwärme: Kommunale Gebäude, die an ein Nahwärmenetz angeschlossen sind oder zum Beispiel mit Pellets beheizt werden, gibt es im Markt Geroda nach Auskunft der VG Bad Brückenau nicht.

5. Sonstige Maßnahmen: Auch andere Maßnahmen in puncto Erneuerbare Energien oder Energiesparen führt die VG Bad Brückenau für den Markt Geroda nicht an.

Motten

1. Photovoltaikanlagen: Auf der Schule in Motten sind Photovoltaikanlagen installiert, wie Geschäftsleiter Patrick Martin auf Anfrage berichtet. Diese seien jedoch an Privatleute vermietet.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge: Im Mottener Ortsteil Speicherz sind mehrere E-Ladesäulen an der Gaststätte "Zum Biber" zu finden. Diese zählen zum Netzwerk des E-Autobauers Tesla. E-Fahrzeuge sind im Fuhrpark der Kommune sowie dem der Bürgermeisterin nicht vorhanden. Außerdem erreichte die Redaktion nach Veröffentlichung folgender Hinweis vom „Gasthof zum Biber“ zu den E-Ladesäulen in der Gemeinde Motten: Neben den Ladestationen des US-amerikanischen E-Autoherstellers Tesla im Mottener Ortsteil Speicherz gibt es dort noch zwei weitere E-Ladestationen. Diese sind zur allgemeinen Nutzung für andere Fahrzeuge gedacht und werden vom Energieversorger Rhönenergie Fulda zur Verfügung gestellt. Angesiedelt sind die Ladesäulen ebenfalls auf dem Platz beim „Gasthof zum Biber“.

3. LED-Beleuchtung: Die Straßenbeleuchtung in Motten wurde teilweise bereits auf LED-Technik umgerüstet, wie Martin berichtet.

4. Nahwärme: In der Gemeinde Motten gibt es aktuell noch keine kommunalen Gebäude, die an ein Nahwärmenetz angeschlossen sind oder zum Beispiel mit Pellets beheizt werden.

5. Sonstige Maßnahmen: Hier nennt Geschäftsleiter Martin den aktuellen Neubau des Kinderhauses, das über eine Pelletheizung verfügen wird.

Riedenberg

1. Photovoltaikanlagen: In der Gemeinde Riedenberg gibt es keine Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden oder im Besitz der Kommune.

2. E-Ladesäulen und E-Fahrzeuge: E-Ladesäulen gibt es in der Kommune derzeit nicht. Auch zum Fuhrpark der Gemeinde sowie des Bürgermeisters zählen keine E-Fahrzeuge, wie die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bad Brückenau auf Anfrage mitteilt.

3. LED-Beleuchtung: Zu rund 90 Prozent ist die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde Riedenberg laut Bürgermeister Roland Römmelt bereits auf LED-Technik umgerüstet.

4. Nahwärme: Es gibt in der Gemeinde Riedenberg keine kommunalen Gebäude, die an ein Nahwärmenetz angeschlossen sind oder etwa mit Pellets beheizt werden.

5. Sonstige Maßnahmen: "Durch kluge Regelungen der modernen Gasheizungen" wird laut Römmelt in der Gemeinde Energie eingespart. Außerdem versuche man, Wald anzukaufen. Dieser sei wichtig für die Zukunft.