Manchmal muss einer erst viel Geld ausgeben, um anschließend viel Geld sparen zu können.So geht es auch dem 1993 gegründeten Abwasserzweckverband Thulba-Saale, der große Teile seiner in die Jahre gekommenen Kläranlage in Hammelburg nun auf den neuesten technischen Stand bringt.

So vergab die Verbandsversammlung bei ihrer Zusammenkunft am Mittwoch den Auftrag für die Erneuerung der Elektro-Steuerungs- und Regeltechnik. Den Zuschlag erhielt unter sechs Bietern die Firma Hofmockel aus Rohr bei Nürnberg für knapp 243.000 Euro.

"Diese Summe umfasst auch die Erneuerung der elektrotechnischen Anlagen des Pumpwerks der Stadt Hammelburg Am Weiten Weg", erläuterte AZV-Geschäftsführer Burkhard Oschmann. Die Kosten hierfür, gut 27 000 Euro, trägt die Stadt aber allein. Erfreulich aus Sicht des Verbands ist bei dieser Vergabe, dass das Angebot circa 90.000 Euro unter den erwarteten Kosten liegt.

23.000 Euro weniger für Strom

Der Auftrag für die Maschinentechnik ging an die Firma BHL Abwassertechnik aus Nassau bei Koblenz für rund 272 000 Euro. Gerechnet hatte der AZV mit Kosten von fast 350 000 Eiuro. Zu erneuern ist die gesamte Belüftungseinrichtung mit den dazugehörenden Gebläsemotoren, Rohrleitungen und Rührwerken.

Hier schlug Burkhard Oschmann vor, sich für das zweitgünstigste Angebot zu entscheiden, weil die Firma BHL Gebläsemotoren anbietet, die weniger Strom verbrauchen. "Der Mehrpreis wird schon nach einem Jahr kompensiert", erklärte der Fachmann.

Durch die Umsetzung aller Maßnahmen steigt die Reinigungsleistung der Kläranlage. "Es kann etwa 60 bis 70 Prozent mehr Sauerstoff zugeführt werden", machte Oschmann deutlich. Die Kapazität der Anlage wird um rund 4000 Einwohnergleichwerte erweitert.
Nach der Sanierung braucht sie täglich rund 250 Kilowattstunden Strom weniger. "Das sind 90 000 Kilowattstunden beziehungsweise 23.000 Euro, die wir im Jahr sparen", betonte der AZV-Geschäftsführer.