Zu einem dreisten Einbruch in das Waschbärgehege des Wildparks Klaushof ist es in den vergangen Monaten gekommen. Aber nicht nur, dass der bebrillte Einbrecher, soviel steht fest, "es war ein Er", in das Gehege von außen eingebrochen ist, er hat es auch gleich unter Beschlag genommen und die dort anwesenden Waschbärweibchen ganz schön in Fahrt gebracht. Der nächtliche Einbrecher brachte in dem Gehege soviel durcheinander, dass das Auswirkungen auf ganz Deutschland haben könne, ließ Stadtförster Axel Maunz anlässlich einer Mitgliederversammlung der Freunde des Wildparks Klaushof wissen.

Aber von vorne: Irgendwann, vermutlich in einer lauen Frühlingsnacht, ist ein männlicher, wildlebender Waschbär, (wissenschaftlich: Procyon lotor) von außen über den Zaun zu seinen Artgenossen gestiegen und muss sich dort pudelwohl gefühlt haben, denn im Waschbärgehege befanden sich nur Weibchen... Der Metallgitterzaun ist so gestaltet, dass die Tiere zwar nicht entweichen können, dass aber ein Artgenosse "einsteigt", daran dachte beim Bau niemand und nach 65 Tagen Tragezeit war die Bescherung da - nun hat der Tierpark plötzlich 15 der eigentlich putzigen Waschbären.

Töten darf man die verspielten Gesellen nicht, da sie nicht wie Reh oder Wildschwein der menschlichen Nahrungsaufnahme dienen, aussetzen ist auch verboten, da sie eine invasive Tierart, also gebietsfremde Tiere sind, und andere Wildparks sind mit Waschbären ebenfalls ausreichend beglückt. Was das mit Deutschland zu tun hat, wird man sich nun fragen, und der zuständige Förster gab auch gleich die Antwort: Mehrmals im Jahr sei er aus ganz Deutschland angerufen worden, ob der heimische Tierpark nicht den einen oder anderen, teils handzahmen, Waschbären aufnehmen könne. Waren es weibliche Tiere konnten sie nach Bad Kissingen umsiedeln, denn im Gehege befanden sich ausschließlich Weibchen und die brauchte man ja nicht zu sterilisieren, so jedenfalls die Meinung der Verantwortlichen. Fakt ist, dass nun keine Waschbären mehr aufgenommen werden und die 15-köpfige Großfamilie in einer größeren Aktion einzeln eingefangen und betäubt zum Tierarzt gebracht wurde, der dann die Kastration vornahm und die Tiere wiederum einzeln zurückbrachte.