Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) ist erleichtert. Die Förderzusage aus dem Lokalen Handlungsprogramm des Landkreises, LeaderPlus, liegt vor. Somit können die Arbeiten für den seit Monaten geplanten historischen Kulturweg entlang der Aschach endlich weitergehen.
Rund 110 000 Euro sind für das Vorhaben veranschlagt worden, hatte Bug in einer Gemeinderatssitzung im November 2015 bekanntgegeben.
Laut aktueller Förderzusage werden etwa 60 Prozent der Kosten von LeaderPlus bezuschusst. Die restlichen 40 Prozent werden sowohl über die Gemeinde als auch mit Spenden finanziert. Entsprechende Zusagen liegen laut Rathauschef unter anderem vom Bezirk Unterfranken, vom Rhönklub-Zweigverein Markt Burkardroth, vom Energieversorger Bayernwerk sowie vom Tourismus- und Heimatverbund Markt Burkardroth vor. Ziel sei, den Kulturweg noch in diesem Jahr zu eröffnen.
"Das Projekt gliedert sich in drei Bereiche: die Bauarbeiten, die Broschüre und die Beschilderung", erklärt Bug. Zu den Bauarbeiten, die rund 65  000 Euro kosten, zählt in erster Linie die Rekonstruktion des historischen Bewässerungswehrs nahe der Gemarkungsgrenze zu Aschach. Im Februar wurde hier bereits der Bewuchs von einer Fachfirma entfernt. Außerdem sollen noch einige kleinere Instandsetzungsarbeiten erledigt werden, unter anderem am ebenfalls bereits freigelegten Bewässerungsgraben nahe der Rhönklub-Sitzgruppe. "Zudem wollen wir eine weitere Stelle an der Aschach zugänglich machen und Trittsteine verlegen", so der Bürgermeister.


Infotafeln sind nötig

Um Wanderer, Touristen und Einheimische auf den historischen Kulturweg entlang der Aschach hinweisen zu können, müssen Informationstafeln aufgestellt werden. Die Kosten dafür wurden mit rund 40 000 Euro veranschlagt. Vier große Tafeln an zentralen Punkten sind geplant - in Aschach, an der Kreuzung nach Frauenroth, in Frauenroth und in Stralsbach. Außerdem sollen entlang des Baches einige kleinere Infoschilder aufgestellt werden, die die Bedeutung der einzelnen historischen Stellen und ihre Funktion erklären.
Weiterführende Informationen über den Bach und seine frühere Nutzung sollen ebenfalls verfügbar sein. Klaus Wehner und Alois Müller vom Rhönklub-Zweigverein Burkardorth, die auch Initiatoren des Projektes Kulturweg an der Aschach sind, haben dies erforscht und bereits schriftlich erfasst. Ihre Erkenntnisse sollen deshalb in einer rund 120 Seiten starken Broschüre veröffentlicht werden. Für den Druck fallen schätzungsweise rund 6500 Euro an.
Ob der Kulturweg bis zum Spätherbst, wie geplant, fertig sein wird, kann Bürgermeister Bug momentan noch nicht sagen. "Es hängt davon ab, wie schnell die Firmen die Beschilderung herstellen können."


Weitere Vorhaben denkbar

Sicher ist hingegen, dass durch das Projekt weitere Vorhaben angestoßen wurden. So war der Würzburger Professor Gerit Himmelsbach schon mehrfach vor Ort. "Sein Anliegen ist es, weitere Besonderheiten links und rechts der Aschach sowie des künftigen Kulturwegs herauszufinden", erklärt Bug. Im Moment würde der Historiker und Archäologe vom Archäologischen Spessartprojekt (ASP) erst einmal die Fakten sammeln. "Man muss abwarten, was er daraus macht", fügt der Bürgermeister hinzu.


Wie im Spessart

Der Verein ASP besteht seit 1998, wird zu 50 Prozent vom Bezirk Unterfranken finanziert und beschäftigt sich mit der Erforschung, Vermittlung und Pflege der Kulturlandschaft im Spessart. Bisher wurden 93 Kulturwege in Zusammenarbeit mit dem Spessartbund, den örtlichen Gemeinden und Vereinen zwischen Frankfurt und Würzburg erstellt. "Jeder Weg hat eine Länge zwischen vier und 25 Kilometern, widmet sich einem bestimmten Thema und ist mit Schautafeln und Markierungen versehen", erklärte Professor Gerit Himmelsbach bei einem ersten Kennenlernen im April dieses Jahres. Zudem wurde für jeden Weg ein informatives Faltblatt erstellt.
Nun könnte das Projekt des ASP auch auf die Rhön ausgeweitet werden, eine erste Route ist in der Gegend um Frauenroth, Stralsbach und Aschach denkbar. "Unser Kulturweg an der Aschach ist das Gerüst. Jedoch liegt dem Professor am Herzen, dass sich die Bevölkerung bei den weiteren Planungen einbringt", sagt der Bürgermeister.
Bereits Ende Mai fand ein Treffen mit Bewohnern Frauenroths und Stralsbachs sowie dem Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer, Förster Joachim Dahmer und Thomas Büttner statt. Letzterer untersucht im Auftrag der bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservates Rhön die Entwicklung der kulturhistorischen Landschaft (Wir berichteten).


Gespräche in Aschach

Bei diesem Treffen wurden weitere historisch wichtige Punkte rund um die Aschach besprochen, unter anderem die Geologie und die Steinbrüche Stralsbachs oder die Burgstelle und das Kloster Frauenroth. Als nächstes seien laut Bug Gespräche in Aschach geplant. "Aber wie es mit Dr. Himmelsbach weiter geht, ist offen", fügt er hinzu.