Das zweitägige Backhaus- und Museumsfest zog zahlreiche Besucher an, so dass die Verantwortlichen des Faschingsclubs "Selbsthilfe" (FCSH) überaus zufrieden waren. Der Verein wählte den größeren Rahmen, da er ein Doppeljubiläum verbinden konnte: 50 Jahre FCSH und 25 Jahre Museum.

Bereits mit Elferratssitzungen und Faschingsumzug hatte der Verein an seine lange und erfolgreiche Geschichte erinnert, die die Erwartungen der Gründerväter weit
übertroffen hat. Vor allem Spielmannszug, Garden, Prinzenpaar und Elferrat sind Aushängeschilder weit über die Ortsgrenzen hinaus. Dazu kommen die vielen Dienste im Kleinen und Verborgenen, die von Vorstand, Ausschuss und Helfern übernommen werden. Dies belegte das Backhausfest, das perfekt über die Bühne lief.


Aufwendige Vorbereitungen

Immense Vorkehrungen liefen im Backhäuschen mit Nebenraum. Sascha Greubel mit seinem Team schälte 100 Kilogramm Zwiebeln und knetete den Teig für Brot, Brötchen und Plootz. Holz lag bereit zum Heizen, um den Ofen auf die richtige Temperatur zu bringen. "Das Backen hat prima geklappt. Wir haben viel Lob von den Besuchern bekommen", resümierte Greubel, der vor ein paar Jahren diese Aufgabe von Georg Wahler übernommen hatte.

75 Kilogramm Teig wurden für Brot und Brötchen verarbeitet. Dazu kamen fünf Kilogramm Teig für 35 Zwiebel-, 25 Käse- und zehn Streußelplootz. "Die Mengen ergeben sich aus den Erfahrungen der Vorjahre. Wir wollen unsere Gäste zufriedenstellen und möglichst alles verkaufen. Gut ist uns diesmal das Brot mit optimaler Farbe gelungen", fasste Greubel zusammen.

Vor 25 Jahren initiierte Bernhard Wahler das Heimatmuseum. Zuvor hatte er über viele Jahre Etliches aus Häusern und Höfen gesammelt, das auf der Mülldeponie zu landen drohte. Im Jahr 1990 konnte er mit Armin Metz, Bernd Sterrmann und Eberhard Farrnbacher das Museum im Gemeindegebäude am Kirchplatz übernehmen.

Dort befanden sich früher Milchsammelstelle, Schmiede, Elektrowerkstatt und eine Gemeindewohnung. Integriert wurden Schusterei - zuvor im Gebäude gegenüber - und Schreinerei sowie viele Exponate aus dem dörflichen Leben und vom "Bahnknotenpunkt" Ebenhausen.

Nach wie vor leitet Bernhard Wahler das Museum, unterstützt von Albrecht Schreck und Peter Deisinger. Immer mehr Gäste drängten sich beim Fest um die Schmiede, als Herbert Baus (Untererthal), selbst gelernter Schmied, schilderte, wie Hufeisen geschmiedet und Pferde beschlagen wurden und wozu welche Werkzeuge dienten, oder dass es sieben verschiedene Amboss-Typen gibt. Im Obergeschoss zeigte Verena Bohl den Umgang mit einem Webstuhl und Marie-Luise Lenz, wie Schafwolle zu Fäden gesponnen wird.

Im angrenzenden John-Bauer-Museum bestaunten Gäste die Arbeit des schwedischen Malers und Illustrators John Bauer, dessen Vater in Ebenhausen geboren wurde. Kinder konnten Rätsel über Skandinavien lösen, eine Herbstkarte sticken oder Naturmaterialien zu Bildern legen. "Wir sind mit dem Echo sehr zufrieden", werteten die Betreuerinnen Anja Erz-Holschuh und Tanja Brand, "in den zurückliegenden Ferien kamen immer wieder Gruppen, um Trolle, Elfen und Waldgeister der nordischen John-Bauer-Märchenwelt in Riedelgrube und Museum aufzuspüren. Das besondere Museum findet viel Lob. Wir sind froh, wenn sich Schulklassen, Kindergärten und Erwachsenengruppen anmelden oder Besucher am 1. Sonntag im Monat zu uns kommen." Gerade entstehe ein John-Bauer-Album, gestaltet von den Gästen.

Den Festtag bereicherten die Schlepperfreunde Mainfranken und die Bulldogfreunde Rottershausen. Zu bewundern gab es auf dem Kirchplatz einen Hanomag Baujahr 1951 und von 1959 sowie von 1955 einen Lanz und einen Deutz. Star war ein "PAMPA" aus Argentinien, Baujahr 1954 mit 55 PS und Höchstgeschwindigkeit 32 Kilometern pro Stunde.


Historische Fahrzeuge

"Den habe ich vor sieben Jahren in Argentinien gekauft und per Schiff nach Deutschland kommen lassen. Sechs Jahre habe ich ihn überholt, an ihm herumgeschraubt, ausgetauscht, gebastelt und schließlich neu lackiert. Seit einem Jahr fahre ich ihn", erzählt Eigentümer Manuel Schmitt, ein eingefleischter Bulldog-Oldtimer-Freak. Zusätzlich betreut er derzeit die Mostpresse im Haus der Bäuerin: "Es wäre schade, wenn diese Möglichkeit ausfallen würde." Die Schau ergänzten eine Dreschmaschine und eine Kutsche Baujahr 1890.
Die Kontakte:

Faschingsclub Jutta Markert, Tel.: 09725/ 708 871 (Spielmannszug und Garden)

Heimatmuseum Bernhard Wahler, Tel.: 09725/ 203

John-Bauer-Museum Anja Erz-Holschuh, Tel.: 09725/ 1227

Öffnungszeiten der Museen Jeden ersten Sonntag im Monat von 13 bis 16 Uhr. Sondervereinbarungen sind über die Museumsleiter möglich.