Gleich mit einer doppelten Premiere startete die Bad Kissinger Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen am Wochenende in die Sommersaison: Einerseits war die Kunsthandwerkermesse am Samstag und Sonntag überhaupt die erste Marktveranstaltung in der Kurstadt seit Ausbruch der Pandemie. Andererseits war diese Verkaufsausstellung von fast 30 Kunsthandwerkern und Kunsthandwerkshändlern aus der Region die erste ihrer Art in Bad Kissingen.

Quer durch die Fußgängerzone vom Rathaushof über den Marktplatz bis in die Ludwigstraße waren die Ausstellungsstände verteilt und boten eine Vielfalt an Keramik, Lederwaren, Klöppelarbeiten, Uhren und Schmuck sowie originelle Haus- und Gartendekoration wie Kerzenhalter, Vasen, Windspiele oder Schraubenfiguren.

Schon vor drei Jahren hatte Klaus Bollwein in seiner Doppelfunktion als Wirtschaftsförderer Innenstadt und Geschäftsführer des Vereins Stadtmarketing Pro Bad Kissingen, mit dem in Altenbeken (Landkreis Paderborn) ansässigen Ausstellungsorganisator Hermann-Josef Scherer den ersten Kontakt aufgenommen, um die vom Event- & Marketingservice Scherer seit Jahren mit regional wechselnden Ausstellern in ganz Deutschland durchgeführte Kunsthandwerkermesse auch nach Bad Kissingen zu holen. Doch die Pandemie ließ das Vorhaben nicht zu. Erst die mit der 13. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 5. Juni erlassenen Lockerungen erlaubten endlich wieder kleinere Märkte "ohne volksfestähnlichen Charakter".

"Wir haben versucht, diese zweitägige Veranstaltung mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu verbinden", betont Wirtschaftsförderer Bollwein ausdrücklich. "Leider wurde uns dies nicht erlaubt." Bollwein hätte sich dies für den Kissinger Einzelhandel gewünscht. "Mit der Veranstaltung ziehen wir zusätzliche Kunden in die Stadt. Gerade in Zeiten der Pandemie ist doch für den Einzelhandel jeder Euro Umsatz wichtig."

Als Grund für die Ablehnung der Zulassungsbehörde, dessen Logik für Bollwein nicht nachvollziehbar ist, war die mögliche "Gefahr eines volksfestähnlichen Charakters", da offene Sonntage schon immer sehr viele Menschen in die Stadt gezogen hätten.

Ein wenig Normalität

Doch ungeachtet dieser behördlichen Entscheidung freute sich Bollwein über die Premiere des Kunsthandwerkermarktes in der Fußgängerzone, "damit wieder ein wenig Normalität in die Stadt einkehrt". Tatsächlich schien das bunte Angebot der Aussteller die zahlreichen Besucher die Pandemie vergessen zu lassen. Zwar war zu beobachten, dass fast alle bei direkter Kontaktaufnahme mit den Händlern an den Verkaufstischen die vorgeschriebene FFP2-Maske über die Nase zogen. Aber dank des schönen Sommerwetters herrschte überall in der Fußgängerzone eine lebhafte und gelöste Stimmung.

Jedes Jahr im Juli oder August

"Die Rückmeldungen sind ausnahmslos positiv", meldete Bollwein schon am ersten der beiden Veranstaltungstage. Deshalb wird es bei der diesjährigen Veranstaltung nicht bleiben. "Wir planen, die Kunsthandwerkermesse künftig jedes Jahr im Juli oder August durchzuführen", stimmt Organisator Scherer dem Bad Kissinger Wirtschaftsförderer zu. Dieser Zeitpunkt wurden deshalb gewählt, da Scherer mit seiner Kunsthandwerkermesse bereits seit 2012 alljährlich im Mai in den Bad Bockleter Kurgarten kommt. Sowohl Bollwein als auch Scherer ist daran gelegen, die Veranstaltung in Bad Bocklet und jene in Bad Kissingen zeitlich weit auseinander zu halten.