65 Feuerwehrmänner und fünf Feuerwehrfrauen, eine beachtliche Zahl für eine Kommune der Größenordnung von Bad Brückenau, möchte man als Außenstehender meinen. Aber dem ist nicht so, wie aus den umfangreichen Ausführungen des Bad Brückenauer Kommandanten Michael Krug bei der Jahresmitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau deutlich hervorging. Im Beisein von Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks, Kreisbrandrat Benno Metz, Kreisbrandmeister Wolfgang Kenner, den Kommandanten der Stadtteilwehren, mehrerer Stadträten und zahlreichen Feuerwehrruheständlern legte er hierzu detailierte Zahlen vor.
So haben diese 70 Aktiven der Einsatzabteilung die unglaubliche Zahl von über 10 600 Stunden ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes ohne Rücksicht auf persönliche Wünsche, Freizeit oder die Familie geleistet - für die Bürger der Stadt.
Damit wurde 2012 zum ersten Mal in der Geschichte der Brückenauer Wehr die Schallmauer von 10 000 ehrenamtlich geleisteten Stunden durchbrochen.

91 Einsätze

Gleichmäßig über die Wochentage verteilt wurden die Wehrler 2012 zu 91 Einsätzen gerufen, zumeist tagsüber. Dass die Feuerwehr immer ausrücken kann, ist oft nur möglich, weil sieben Wehrler aus dem Altlandkreis und den Stadtteilen stammen und während ihrer Arbeit in Brückenau einsatzbereit sind sowie durch die enge Zusammenarbeit mit den Ortsteilwehren.
Betrachtet man ferner noch die Altersstruktur der Einsatzgruppe - 18 Wehrler sind über 50 Jahre und gehen ihrem Dienstende entgegen, dagegen sind 21 Wehrler zwischen 12 und 26 Jahren - so ist eine Ausdünnung der Einsatzgruppe in Zukunft Realität, denn schulisch und beruflich bedingt bleibt nicht jeder junge Wehrler in Bad Brückenau. Deshalb beteiligt sich die Brückenauer Wehr auch sehr aktiv an der landesweiten Imagekampagne und verbucht über 500 Stunden der Einsatzzeit für Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung, wie vergangenes Jahr wieder mit ihrem preisgekrönten Stadtfeststand und beim Lichterglanz im November.
Von den 91 Einsätzen in 2012 entfielen 17 auf die Brandbekämpfung, der spektakulärste und umfangreichste davon war sicherlich der Brand des Wohnhauses am Röderhof. Zudem gab's 60 technische Hilfeleistungen, zwei Sicherheitswachen und zwölf Fehlalarme).
Personal- und zeitintensiv sind dabei die Brandbekämpfungen, am Röderhof dauerte die Bekämpfung und Nachlöschung über sechs Stunden. Zwölf Mal musste die Wehr zu Einsätzen auf die Autobahn ausrücken. Erfreulich ist der Rückgang der Brandmelderalarme. Es gibt aber immer noch viele Fehlalarme, die viel Dienstzeit in Anspruch nehmen.
Um jeder Notsituation gerecht zu werden, besteht der größte Teil der geleisteten Dienststunden aus Ausbildungs- und Übungszeit. Spektakulär waren hierbei die Jahresübung am Pfarrheim Bad Brückenau unter Einsatz der Drehleiter auf engstem Raum, die Rettungsübung an der Sinntalbrücke und die Übungstage im Lager Wildflecken. Trotz dieser attraktiven Übungen gibt es bereits im Bereich der Atemschutzgeräteträger Engpässe, denn mit 13 ausgebildeten Wehrlern in Brückenau ist nur bedingt die erforderliche Sollstärke von vier Mann möglich. Die Tagesalarmstärke beträgt insgesamt im Mittel nur zwölf Einsatzkräfte, so dass die plakativen Aussagen der Imagewerbung keine leeren Sprüche sind ("stell dir vor du drückst und alle drücken sich").
Wichtig für den Feuerwehrdienst ist auch zeitgemäßes und gut gewartetes Gerät für jede Einsatzsituation vom Brand bis zur Wasserrettung. Ehrenamtlich investierten die fünf Gerätewarte fast 2000 Stunden in die Ausrüstung und die Fahrzeuge. Hier mahnte der Kommandant die Einsetzung eines hauptamtlichen Gerätewarts an, wie er in vergleichbaren Wehren im Umland schon Standard ist, um den technischen Standard und die Sicherheit der Kameraden auch in Zukunft zu gewährleisten.
Anlässlich des Florianstages wird zur Erhöhung der Einsatzkraft der Wehr das neue Tanklöschfahrzeug TLF mit 5000 Liter Wasservolumen geweiht. Es ersetzt den Oldtimer der Brückenauer, der dann in den Ruhestand versetzt wird. Als Reserve wird er aber weiter zur Verfügung stehen. Im Herbst kommt dann noch ein Fahrzeug als Ersatzbeschaffung, das für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung ausgerüstet ist.
Auch die Jugendarbeit unter Federführung von Jan Schmäling wird 2013 weiter intensiviert werden müssen, damit genügend Nachwuchs zur Verfügung steht. 2012 standen sieben Neuaufnahmen vier Abgängen gegenüber.

Ehrungen


Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau wurden Bernd Mangelmann und Rainer Schumm für 25 Jahre Dienst ausgezeichnet, für 30 Jahre wurden Marco Brust und Horst Limpert geehrt. Eine Institution bei der Bad Brückenauer Feuerwehr ist sicherlich Otto Statt, der für 40 Jahre Dienstzeit geehrt wurde. Florian Übelacker wurde in den Rang eines Feuerwehrmanns
erhoben. Die Ernennung des langjährigen Kommandanten Jochen Krugs zum Ehrenkommandanten wurde krankheitsbedingt verschoben.