"Zwei Hauptschieber hat die Stahlquelle am Brunnenkopf in Richtung Badehaus", sagt Hartmut Holzheimer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Einer ist gerissen und muss gewechselt werden. Und nach dem Motto "wenn schon, denn schon" wird das Wasserwirtschaftsamt auch den 2. Schieber ersetzen.
Das Problem: Der Brunnen fördert kontinuierlich, das Wasser lässt sich nicht einfach abstellen. Würde man für die Reparatur die Bohrung verschließen, könnte sein, dass sich das heilkräftige Nass möglicherweise andere Wege suchen. Das wiederum könnte zur Folge haben, dass die Quelle nicht mehr so viel fördert oder im Untergrund ganz woanders hinfließt. Und das wäre der "Gau" für Bad Bocklet, ist die Balthasar-Neumann-Quelle doch die einzige Quelle des Kurortes.

Wasser muss weiterlaufen


Also müssen die Schieber unter laufendem Wasser gewechselt werden. Zwar gibt es einen Überlauf, und abgepumpt wird während der Arbeiten auch. Doch die Schüttung der mit einem Druck von zwei Bar ist so stark, dass die Brunnenstube trotzdem größtenteils unter Wasser stehen wird.
Und hier kommt das 2. Problem ins Spiel. Die Stahlquelle ist äußerst kohlensäurehaltig. Ein Gas, das tödlich sein kann. "Als wir das letzte Mal an der Quelle gearbeitet haben, war über dem Brunnenschacht eine große Dunstglocke zu sehen," sagt Holzheimer. Deswegen wird für den Schieberwechsel ein Spezialtaucher engagiert. Natürlich mit Atemschutz und Sauerstoffmaske: "Der Taucher steht zwar nicht kopfüber im Wasser, muss aber unter der Wasserlinie arbeiten, und wohl auch einmal mit dem Kopf hineintauchen."

Gefahr eines Pfropfs


"Außerdem müssen wir aufpassen, dass während der Arbeiten kein Wasser vom Hochbehälter im Badehaus in die Brunnenstube zurückläuft," sagt Richard Schmitt, Technischer Leiter bei der Caritas, die die Quelle und das Badehaus gepachtet hat. Denn dann könnte das zurückgeflossene Wasser eine Art Pfropf bilden.
Nach der Reparatur müssen die neuen Schieber vorsichtig geöffnet werden. Was zu hoher Druck anrichten kann, haben Schmitt und Holzheimer anno 2010 erlebt, als es nach Arbeiten am Brunnen den Dom am Überlauf des Hochbehälters weggerissen hat.
Eingebaut werden die neuen Schieber im November, wenn so wenig Badebetrieb wie möglich herrscht. Holzheimer und Schmitt hoffen, dass die Arbeiten an einem Tag über die Bühne gehen werden.

Wieder richtig einstellen


Doch das bedeutet nicht, dass die Quelle danach gleich wieder zur Verfügung steht. "Um den richtigen Druck wieder einzustellen, braucht es Tage, und man benötigt jahrelange Erfahrung," sagt Schmitt. Außerdem muss das Wasser noch vom Gesundheitsamt abgenommen werden. Doch da haben Holzheimer und Schmitt keine Bedenken: "Wegen des hohen Kohlensäure-Gehalts hatten wir hatten noch nie Probleme mit der Mikrobiologie." Seite 7