"Wann tut sich was mit unserer Friedhof-Sanierung?" und "Warum wird im Mürschter Stadtrat oft mit Eifersüchteleien nur gegeneinander und nicht zum Wohle der Stadt und der Bürger gearbeitet?"

Dies waren zwei zentrale Themen, die bei der Bürgerversammlung in Burghausen rege diskutiert wurden, wobei letztere Frage nur für Kopfschütteln und Unmut sorgte. "Man sollte hier endlich mal Namen nennen, damit die Öffentlichkeit weiß, wer und welche Gruppen die Blockierer der Zukunft und des Fortschrittes sind. Wir sollen ja bald wieder darüber entscheiden, wer die richtigen Volksvertreter für unsere Kommune sind", machte Mario Schmitt seiner Verärgerung mit deutlichen Worten Luft.

Aber sonst war es friedlich

Ansonsten ging es eigentlich recht friedlich und harmonisch zu im Sportheim, wo sich gute 30 Ortsbewohner zur Bürgerversammlung eingefunden hatten. Mitgebracht hatte Bürgermeister Helmut Blank dazu von Seiten der Stadtverwaltung Manuela Häfner und Bauhofleiter Stefan Sluzar und einen Rückblick auf die nun langsam zu Ende gehende Wahlperiode. Darin eingeschlossen waren die Maßnahmen, die vor allem die Burghäuser Bürger besonders betreffen.

Finanziell ist die Lage in der Stadt noch immer angespannt, wenn man das so bezeichnen will: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 2770 Euro in Münnerstadt, trotz aller Spar- und Schuldentilgungs-Maßnahmen. Und damit liegt sie weit über dem Landesdurchschnitt von 853 Euro. Investiert wird weiter: 287 000 Euro für das Feuerwehrwesen, 1,4 Millionen Euro für An- und Umbaumaßnahmen in den Kindergärten, 120 000 Euro für Instanthaltung und Neuerungen an und für die Spielplätze, wobei sich gerade in den Ortsteilen die Bewohner sehr tatkräftig in die Maßnahmen mit eingebracht hatten.

Noch viele offene Baustellen

Die Stadt hat weitere Baustellen: Heimatspielhaus, Fränkischer Hof, Schließung des Kupsch-Marktes, Fachmarktzentrum, Jugendarbeit und Jugend-Treff, die Situation im Juliusspital, Neubauplanung BBZ durch den Landkreis, Planungen für eine Erweiterung des Gewerbegebietes - es gibt noch viele Themen für die Stadtpolitik. Die Zuhörer waren interessiert.

Örtliche Investitionen? Für geplante Maßnahmen im Burghäuser Friedhof sollen bewilligte 35 000 Euro bereit gestellt werden. Und damit war man auch schon an einem heißen Punkt angelangt: Die Bürger wollten wissen, wie es denn nun damit eigentlich stehe.

Ortssprecher Klaus Görlinger führte dazu an, dass sich die angesagten Termine aus den verschiedensten Gründen immer weiter hinausgezögert hätten, die Grabbesitzer nicht wissen, ob sie die Gräber nun herrichten, oder einfach brach liegen lassen sollen. Zudem hätte man mittlerweile einen Teil der nicht zu Wiederverwendung vorgesehenen Wegeplatten heraus genommen, da diese bei einer anderen (Verschönerungs-) Maßnahme im Ort verwendet wurden. Bürgermeister Blank entschuldigte die Verzögerungen, die durch "verschiedene Umstände", aber auch durch Fristversäumung zustande gekommen seien. Jedenfalls bestehe mit der ausführenden Baufirma ein Vertrag mit gesetztem Endtermin, der eingehalten werden müsse. Sobald ein tatsächlicher Baubeginn bekannt sei, wird dieser umgehend an die Ortsbevölkerung bekannt gegeben.

Sachlich geführte Diskussionen

Viel Zeit gaben die Bürger in der Versammlung auch der sachlichen Diskussion über das örtliche Gewerbe, den Einzelhandel, dem Kaufverhalten, der Parkplatz-Situation ("wir sind ja alle dermaßen verwöhnt, woanders kann man auch nur außerhalb parken und das gegen Gebühr"), dem schnellen Internet, der Förderung von Bauwilligen in leerstehenden Häusern und Gehöften in den Ortskernen. Dazu ist von der Gruppierung "Neue Wege" ein Eintrag eingebracht worden, dass solche Vorhaben von der Kommune finanziell gefördert und somit den Leerständen in Ortskernen entgegen gewirkt werde.

Auch Ortssprecher Görlinger hatte einige Themen parat: Er lobte das bürgerliche Engagement im Stadtteil, freiwillige Helfer seien immer gesucht. Von Neubauten, auch im Altort, sprach er, berichtete von noch drei vorhandenen Bauplätzen im Neubaugebiet Roth. Diese sollten durch die Stadt beworben werden, denn die Baulandpreise hierzulande seien im Vergleich noch sehr günstig.

Dass wieder einige Mäharbeiten durch den Bauhof nötig seien, ist ein Standardbeitrag in den Bürgerversammlungen, obwohl man Verständnis haben müsse, räumte er ein, weil nach einem langen Winter und einem verregneten Frühjahr nicht alles gleichzeitig gemacht werden könne. Dass an einigen Straßen im Ort dringender Sanierungsbedarf bestehe, ist bekannt; man werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich irgendwann dafür einige Tonnen Asphalt finden. Die Hoffnung lebt.

Die Genossenschafts-Bank

Und es tut sich ja was in Burghausen, zum Beispiel gibt es jetzt eine eigene "Genossenschafts-Bank". Sie wurde an der Wendeplatte im Baugebiet "Roth", dort wo zuvor eine sehr pflegeanfällige und unschöne Pflanzfläche vor sich hinwucherte, von den Anwohnern mit Unterstützung des Bauhofes in eine Oase der Ruhe verwandelt. Der mit Wegeplatten aus dem Friedhof geschaffene Platz und die mit einer Sitzbank verschönte Fläche macht jetzt schon was her.

Mit seiner Motorsäge hat Robert Reuscher die hand- und kunstwerklichen Arbeiten ausgeführt, die notwendigen Geldmittel brachten Klaus Görlinger und Helmut Blank als Privatpersonen ein.