Mit langer Museumsnacht, majestätischen Gästen, Führungen durch die Ausstellungen sowie einem Oldtimer-Treffen wurde am vergangenen Wochenende ein Sommerfest vor und im Museum Obere Saline gefeiert. Bei bestem Wetter nutzten viele Besucher das Angebot zu einem Ausflug mit dem Rad und zur Besichtigung vor allem der aktuellen Sonderausstellung "Weltbad Kissingen & Prinzregent Luitpold".

Da pandemie-bedingt das sonst alljährlich im August stattfindende Salinenfest erneut ausfallen musste, hatte das Museum Obere Saline am Samstagnachmittag sowie am Sonntag ein gemütliches Sommerfest veranstaltet. Etliche Besucher nutzten das Museumsangebot als Erholungspause ihres ausgedehnten Spaziergangs oder Fahrradausflugs. Sogar die Prinzregenten Luitpold (Peter Krug) und Sohn Ludwig (Ludwig Büchner) waren am Samstag gekommen. Statt allerdings vom Reichskanzler persönlich wurden sie in Bismarcks Wohnzimmer von dessen Kammerzofe Marie (Regina Steidle) empfangen.

Später gaben sich beide sehr volksnah, verteilten Autogrammkarten und empfingen gemeinsam mit Museumsleiterin Annette Späth einige Gäste zum Rundgang durch die zu Luitpolds 200. Geburtstag eröffnete Sonderausstellung "Weltbad Kissingen & Prinzregent Luitpold", die noch bis Februar zu besichtigen ist. Dabei erzählten sie aus ihrem Leben als letzte bayerische Herrscher und Wohltäter der Kurstadt.

Aufregendes und Lustiges aus dem Leben des Reichskanzlers wusste währenddessen Kammerzofe Marie ihren Besuchern in den Wohnräumen Bismarcks zu berichten. Sie verriet, welche Krankheiten den Fürsten plagten, welche Mengen der ohnehin schon Übergewichtige trotz Mahnung seines Arztes bei Tisch vertilgte und wer dort zu Besuch kam.

Für das leibliche Wohl aller Gäste sorgte während der bis 22 Uhr dauernden Museumsnacht die Familie Tempelhof und ihr Team des Museumscafés am Grill sowie mit "Mehlklöß" und Gurkensalat nach Rhöner Rezept. Am Sonntagvormittag wurde das gastronomische Angebot um ein Weißwurstfrühstück ergänzt.

Zuschauer-Magnet war am Sonntag das von Peter Endreß (Pflegefamilie Endreß, Bad Bocklet) organisierte Oldtimer-Treffen mit etwa 70 historischen Fahrzeugen aus ganz Unterfranken, die wie die Museumsausstellungen bis 17 Uhr zu bestaunen waren. Viele der ausgestellten Fahrzeuge übertrafen das für Oldtimer offiziell geforderte Mindestalter um einige Jahre. Das älteste Fahrzeug war sogar ein aus Neuseeland importierter, ein bereits 1938 gebauter Hudson.

Tagsüber wurden aber nicht nur Oldtimer bestaunt oder die Luitpold-Ausstellung von vielen Gästen besichtigt, sondern auch Hilla Schützes Spielzeugmuseum mit der aktuellen Sonderschau "Hoppe, hoppe Reiter!", wo handgeschnitzte Holzpferdchen, manches andere Spielzeug und Kinderbücher rund ums Pferd gezeigt werden. Alle Ausstellungen im Museum Obere Saline sind auch weiterhin zu den üblichen Öffnungszeiten jeweils von Mittwoch bis Sonntag zu besichtigen.

Mehr Beachtung wäre der ungewöhnlichen Ausstellung in der Orangerie zu gönnen gewesen. Gleich am Eingang wurde man durch ein buntes Mobile aus bemalten Papiertüten zur Besichtigung dieser Sonderschau aufgefordert, in der die Kunstwerke jüngster "Künstler" präsentiert wurden. Die ausgestellten Bilder und Basteleien aus unterschiedlichen Werkstoffen waren im Kinderatelier des Museums unter Anleitung der Bad Kissinger Künstlerin Eva Feichtinger während des vom Mehrgenerationenhaus organisierten Ferienprogramms gefertigt worden.