Trotz brennender Sonne marschierten am Dienstag 40 Einwohner durch Reiterswiesen auf der Suche nach verbesserungswürdigen Punkten im Ort. Der Ortsrundgang war Teil einer Gesprächsreihe, zu der das Bauamt zwecks Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzeptes für alle Stadtteile, diesmal die Reiterswiesener, eingeladen hatte.
Nach ersten Ergebnissen einer früheren Fragebogenaktion hatte Leonhard Valier vom beauftragten Stadtplanungsbüro Wittmann,Valier & Partner
(Bamberg), unterstützt von Lisa Lorenz vom Nürnberger Büro Planwerk sowie Bauamtsleiter Jan Voll und Stadtplanerin Christine Schwind, den Rundgangsverlauf festgelegt.


Festplatz am Vereinsheim

Gleich hinter dem Vereinsheim Krone war am Bindweg nahe dem Feuerwehrhaus schon der erste Halt. Hier wünschen sich die Reiterwiesener statt der jetzigen Wiese einen geschotterten Festplatz, um dort Freiluftveranstaltungen durchführen zu können. "Jetzt sitzen wir immer vor dem Vereinsheim auf der Straße", schilderte Stadtrat Günter Götz den ungünstigen Zustand.
Neben dem Friedhof wurde von den Rundgängern nicht nur das Fehlen eines Grüngutsammelplatzes bemängelt, sondern auch die Neuordnung des Friedhofes gewünscht. Diese Punkte seien zwar nicht Inhalt des Gemeindeentwicklungskonzeptes, sondern ausschließlich Sache der Stadt, meinte Valier, gab allerdings zu bedenken, "nicht jede Form neuartiger Bestattung muss überall möglich sein". Bauamtsmitarbeiterin Schwind bat deshalb, die kommende Gesamtübersicht über alle Kissinger Friedhöfe abzuwarten, die aktuell in Arbeit sei.


Problem Nahversorgung

Große Sorge macht vielen Reiterswiesenern die mangelhafte Nahversorgung im Ort, nachdem das Kaufhaus Renninger vor zwei Jahren aufgegeben hat. Erste Überlegungen für einen Dorfladen, seien ergebnislos verlaufen, erinnert Stadträtin Gudrun Heil-Franke."Dies ist aber ein wichtiges Thema für die Zukunft", meinte auch Valier, rückte allerdings falsche Hoffnungen zurecht: Die Einrichtung eines Dorfladens sei eine rein private Investition. "Wir können helfen, aber machen müssen Sie es."
Im Verbund mit der Nahversorgung steht für Valier auch die Frage nach einer möglichen Umnutzung der heutigen Grundschule in seniorengerechtes Wohnen. Der Schulstandort sei auf lange Sicht überaus fraglich, wenn aber dort Seniorenwohnungen entstünden, müsste auch die Nahversorgung gesichert sein.
Bemängelt wurde die aktuelle Verkehrssituation auf der Hauptstraße. Hier sei aktuell nichts zu machen, meinte Valier, alles sei vom Bau des geplanten Autobahnzubringers B 286neu abhängig. Anders sei es mit einem von manchen Reiterswiesenern gewünschten Radweg von Reiterswiesen nach Arnshausen mit Anbindung an den dortigen Weg in die Kissinger Innenstadt.
Interessant für das zu erstellende Gemeindeentwicklungskonzept war für die Stadtplaner die Herrichtung der "guten Stube" von Reiterswiesen, wie Werner Vogel in der anschließenden Gesprächsrunde den zentralen Bereich zwischen Heimatstube und Vereinsheim Krone nannte. Ein entsprechendes Schreiben des Vereinsringes liege der Stadt bereits vor, erinnerte er die Bauamtsmitarbeiter. Demnach soll nicht nur die Grünanlage hinter der Heimatstube brauchbarer gestaltet werden (Vogel: "Sie wird leider viel zu wenig genutzt."), sondern auch Wege im Ortskern besser gepflastert und anderes aufgehübscht werden. Gewünscht wurde auch eine bessere Ausschilderung mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten und wichtige Punkte im Ort. Valier nahm diese Ideen gern auf: "Wenn wir ein überzeugendes Konzept vorstellen, erhöhen sich die Chancen der Umsetzung."