Im gediegenen Schwarz-Weiß präsentierten sich die zwölf Musiker des Kurorchesters unter Leitung von Elena Iossifova auf der Bühne des Max-Littmann-Saals den Zuhörer, die den Saal bis in die Ränge hinauf gefüllt hatten. Doch kaum hatten die Gäste Platz genommen, erhoben sie sich traditionsgemäß zur Begrüßung, die diesmal mit einem Choral vorgenommen wurde.
Es folgten zehn Werke, die die kirchenmusikalische Verbindung zum Osterfest untermauerten.

Klar und kraftvoll

"Jauchzet Gott in allen Landen", eine Arie aus der Kantate 51 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) - Präsentiert wurde dieses solistisch vorgetragene Gesangstück von Deborah Lynn Cole mit einer klaren, kraftvollen Stimme und ausdrucksstarker Modulation. Mit sparsamer Gestik unterlegte sie - ebenso wie in den weiteren Gesangsstücken - die Kirchenkantate, die Bach in seiner Leipziger Zeit zum Jubel und Lobpreis Gottes komponiert hatte.
Innere Ruhe und tiefe Freude drückte das Largo aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel (1685-1759) aus. Dieses Streicher betonte Werk wurde von den Gästen mit viel Beifall bedacht. Einen Kontrast setzte das Kurorchester mit der Ouvertüre aus "Die Stumme von Portici" von Daniel-Francois-Esprit Auber (1782-1871). Ausdrucksstarke Bläsersätze und imposante Streichersequenzen belegten zum einen die Qualität des Orchesters, zum anderen die Akzeptanz beim Publikum für spontane Rhythmuswechsel und spannungsgeladene Tonfolgen. Das lang dauernde Musikstück überzeugte durch voluminöse Klangfarben und wurde von den Gästen mit viel Beifall honoriert.

Emphatisch begleitet

Es folgten zwei Werke von Händel, die erneut das Können von Sopranistin Deborah Lynn Cole belegten: einerseits die sehr gefühlvoll vorgetragene Arie aus "Messiah", die von den Violine und Cella empathisch begleitet wurde, andererseits das festliche Stück "Let the bright Seraphim" aus dem Oratorium "Samson", das durch melodiösen Gleichklang und konkurrierende Sequenzen begeisterte.
Volle Aufmerksamkeit widmete das Publikum der einfach angelegten Komposition "Air" von Johann Sebastian Bach, das von den Streichern feinsinnig und voller Anmut gespielt wurde und in seiner Schlichtheit ergreifend ist. Die Arie "Ich folge dir" aus Bachs "Johannes-Passion" knüpfte an das bisher Gehörte an. In dem Werk erklang das vertonte Evangelium zum Leiden und Tod Jesu Christi. Fast schon eine liturgische Ergänzung war die beschwingte, fast schon schlagerhafte Melodie "Osterfest in Sevilla" von Gerhard Winkler (1906-1977).

Wohltemperiert

Der spanische Rhythmus - präsentiert durch ein lebhaftes, spielfreudiges Orchester - symbolisierte den Auferstehungsgedanken eines Ostersonntags und erlaubte die Vision auf die Feierlichkeiten der Karwochen, die die spanische Stadt über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt macht. Mit "Ave Maria" verabschiedeten sich Kurorchester und Sopranistin durch eines der bekanntesten Stücke der klassischen Musik. Das Stück wurde 1852 vom französischen Komponisten Charles Gounod komponiert, basierend auf Bachs "Wohltemperierten Klavier", und mit dem Text des lateinischen Gebets Ave Maria unterlegt. Nicht weniger berühmt war die Zugabe mit dem "Hallelujah" aus Händels "Messiah", das als verkündendes Musikstück den jubilierenden Abschluss eines beeindruckenden Konzerts bildete.
Die rund 700 Gäste bedankten sich mit stürmischem Beifall für einen stimmungsvollen Auftakt in den Ostersonntag.