Er kam mit Verspätung, aber er ist immerhin gekommen: der lange erwartete Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Davon hat besonders der Raum Bad Kissingen profitiert. Hier ist die Arbeitslosenquote um erfreuliche 0,4 Punkte auf 4,1 Prozent, den Vorjahreswert, gesunken.

Für die Region Main-Rhön hat sich eine Quote von 3,8 Prozent errechnet (Vormonat: 4,1/ Vorjahr: 3,7). Spitzenreiter ist mit 3,4 Prozent (3,7/ 3,2) das Rhön-Grabfeld vor dem Kreis Haßberge mit 3,5 Prozent (3,8/ 3,4) und dem Raum Schweinfurt mit 4,0 Prozent (4,2/ 3,8). Während die Industriestadt sich mit 6,5 Prozent (6,9/ 6,5) bescheiden muss, glänzt ihr Umland erneut mit 2,9 Prozent (3,0/ 2,6).

Dazu kommen noch 3943 Hartz-IV-Empfänger (Vorjahr: 4102). Die meisten leben im Landkreis Bad Kissingen (1052 nach 1123) und in der Stadt Schweinfurt (1056 nach 1104).

Viele Baufirmen zögern noch

Durch den langen Winter hätten sich viele Wiedereinstellungen bei den Saisonbeschäftigten in den April verschoben, sagte Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur Schweinfurt. Dadurch sei es erst im April zu einem Aufschwung gekommen. So hätten 20 Prozent mehr als im März wieder eine Stelle gefunden, darunter 219 Hartz-IV-Kunden. Allerdings, so Stelzer, sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen fast unverändert geblieben.

Die Wiedereinstellungen in der Baubranche seien heuer nicht so zügig verlaufen wie bei den Hotels und Gaststätten. Einige Bauunternehmen würden angesichts ihrer nicht so gut gefüllten Auftragsbücher zögern.

Gesunken ist der Zugang an Stellen auf 630. In den Vormonaten waren 810 und 739 Angebote gemeldet worden. Auch die im Vergleich zu 2012 niedrige Nachfrage führt Stelzer auf fehlende Impulse aus den Produktionsbetrieben zurück. Viele glichen ihren Auftragsrückgang zunächst durch Kurzarbeit aus.

2064 Stellen sind derzeit frei; das sind 56 mehr als im März. Das zeige, so Stelzer, dass die zeitnahe Besetzung mit geeigneten Kräften schwierig sei. Von der schwächeren Nachfrage der Industrie würde aber das Handwerk profitieren. Schwer zu befriedigen sei auch die Nachfrage in den Gesundheits- und Pflegeberufen. Anders bei den Bürokräften: Hier ist die Nachfrage geringer als das Angebot. Schwer zu finden sind jedoch Kräfte mit Spezialkenntnissen wie Lohnbuchhalter. Ein weiteres Problem sei es, die gewünschten Arbeitszeiten mit den Anforderungen der Arbeitgeber in Einklang zu bringen.

Bei der Kurzarbeit hat die Agentur keine weitere Steigerung festgestellt. Im März hatten 72 Betriebe angemeldet, im April waren es 76. Betroffen waren 4757 nach 4944 im Monat zuvor. Erfahrungsgemäß tritt aber nur bei etwa zwei Dritteln die Kurzarbeit wirklich ein.

Ausgeglichen ist der Ausbildungsstellenmarkt mit 3180 bei 3174 Bewerbern. 1508 Lehrstellen sind unbesetzt, 1254 Jugendliche sind noch unversorgt.

3805 Menschen (im März: 3950) sind im Landkreis Bad Kissingen arbeitssuchend gemeldet. Von den 2307 Arbeitslosen (2543) sind 1176 Männer (5,10 Prozent). 230 (275) sind 25 Jahre oder jünger, 961 (1043) sind 50 oder älter. 596 (587) sind seit einem Jahr oder länger ohne Job. 209 (206) sind schwerbehindert.

581 (621) Personen mussten sich arbeitslos melden. 226 (244 ) kamen aus einer Erwerbstätigkeit. 815 (753) haben die Arbeitslosigkeit wieder verlassen können.

412 (306) haben einen Job gefunden, 105 (124) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahme. 161 (138) sind 55 oder älter, 123 (112) sind 25 Jahre oder jünger.

165 (189) Stellen wurden zur Besetzung gemeldet, 489 (503) Angebote sind noch frei.

4,4 Prozent (4,6) beträgt die Arbeitslosigkeit bei Frauen. Bei den Männern sind es 3,9 Prozent (4,4). Bei den Jungen bis 25 sind es 3,4 Prozent (4,1), bei den Älteren ab 55 Jahren sind es 6,4 Prozent (7,0).