Das Elternkonzert des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen hat seit der Gründung 1964 Tradition. Für die einen ist diese besondere Konzert der erste Schritt auf die "Bretter, welche die Welt bedeuten", für andere ein Anlass zur Traurigkeit - sie nehmen nach vielen Jahren gemeinsamem Weg vom Korps Abschied.
Christian Brand ist einer von ihnen.
Fragt man ihn, was er vermissen wird, so antwortet er: "Die Gemeinschaft und die wöchentlichen Proben, auch die Freunde werde ich vermissen. Man sieht sich dadurch nicht mehr so oft, das Vereinbaren von Verabredungen wird schwieriger. Beim JMK musste man nichts ausmachen, jeder hatte sich für die Probe freigemacht."


Ein besonderes Konzert

Auch wenn das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen (JMK) noch so viele hochkarätige Auftritte hat, so kommt dem Elternkonzert von JMK und Städtischer Musikschule doch eine besondere Bedeutung zu. Man kann vor Eltern, Geschwistern und Verwandtschaft musizieren, was aber in Anbetracht dieser kritischen Zuhörer eine beträchtliche Anforderung an die jungen Menschen stellt.
Entsprechendes Lampenfieber gehört dazu, schließlich möchte man zeigen, wie gut man sein Instrument beherrscht. Für viele junge Musiker ist es der allererste Auftritt vor einem Publikum. Auch diesmal waren rund 600 Besucher in den Regentenbau gekommen, um dem Konzert unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Bernd Hammer beizuwohnen. Während bei den drei Musikstücken des Vororchesters - das sind die jüngsten Musiker - die Eltern, Omas und Opas beim ersten Auftritt des Nachwuchses angespannt mitfieberten, sahen die Angehörigen des Streichorchesters der Städtischen Musikschule (unter der musikalischen Leitung von Matthias Klink) dem Auftritt der Musiker jeden Alters schon etwas gelassener entgegen. Dabei begeisterte das Orchester mit dem "Largo aus dem Winter" aus Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten".


Abba- und Weihnachtslieder

Einen Erfolg konnte das Akkordeonorchester der Musikschule unter der Leitung von Michael Lukaszczyk verzeichnen. Als homogener Klangkörper, der es versteht, alle Register seines Könnens zu ziehen, erwies sich zum wiederholten Male das Hauptorchester des JMK. Mit einer anspruchsvollen Konzertliteratur überraschte die rund 80 Köpfe zählende Musikantenschar ihre Zuhörer mit Melodien von "Abba" bis zu traditionellen Weihnachtsliedern. Besonderes Augenmerk fand die beeindruckende Interpretation der "Alpina Saga" von Thomas Doss. Mit diesem Oberstufenstück gingen die Musiker brillant bis an ihre Leistungsgrenze.
Zum Elternkonzert gehört die Verabschiedung langjähriger Korpsangehöriger, die aus Alters- oder beruflichen Gründen aus dem Jugendmusikkorps ausscheiden. Zum Abschied bekamen sie traditionell den Ehrenkrug des JMK überreicht. Verabschiedet wurden: Anna-Lena Oswald, Julia Kessler, Linda Kirchner, Magdalena Leirich, Christian Brand, Jean-Philippe Cailloux, Marius Helbig, Markus Metz, Philipp Mohr, Ann-Christin Helfrich, Leonie Götz und Florian Borst.
Natürlich durfte der obligatorische JMK-Sketch nicht fehlen. Wie bei der "heute-Show" pickten sich die jungen Musiker Erlebnisse aus Musikreisen und Proben heraus, um ihren Orchesterchef Bernd Hammer zu persiflieren. Mit einem unglaublichen Ideenreichtum zogen die Jugendlichen ihren Chef durch den Kakao - nicht verletzend, sondern immer nur mit einem Seitenhieb. "Wir mögen dich so, wie du bist!" Hammer nahm es locker und war stolz auf den Erfindergeist seiner Mannschaft.


"Die Stadt ist stolz auf euch"

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) sagte bei seinem Grußwort: "Ich bin wirklich so dankbar, dass die jungen Leute im vergangenen Jahr 50 Mal Repräsentanten unserer Stadt waren." Blankenburg listete einige Auftritte des JMK auf und lobte die ausscheidenden Jugendlichen: "Wenn einer ausscheidet, hat er mindestens 400 Auftritte und 2000 Stunden Proben hinter sich." Gleichzeitig dankte der Oberbürgermeister Bernd Hammer für seine großartige Arbeit. An die Jugendlichen gewandt, sagte er: "Die Stadt ist verdammt stolz auf euch."