Wenn Laienkünstler beim Fränkischen Heimatabend auftreten, wird es nicht nur den Einheimischen warm ums Herz. Auch Gäste aus nah und fern sind immer wieder begeistert über den Facettenreichtum des Brauchtums der Region Main-Rhön. So auch jetzt im Rossini-Saal.
Was alle Mitwirkende auszeichnet, ist ihre Liebe zu ihren fränkischen Wurzeln und zu ihrer Heimat zwischen Main und Rhön.
Gabi Kanz, die für Gestaltung und Organisation verantwortlich zeichnet, hatte auch dieses Mal ein buntes Programm mit Musik, Tanz und Mundart zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ.
Schon beim Entree mit der Jugendblaskapelle Gefäll unter der Leitung von Klaus Voll musste man staunen, welche Blasmusik im Kreis Bad Kissingen gepflegt wird. Mit viel Engagement interpretierte die Kapelle den Marsch "Gruß aus Gefäll" oder das Lied "Nach meiner Heimat zieht's mich wieder", einer Volksweise, welche bereits Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde.
Ein weiterer Höhepunkt waren die "Maßbacher Sinnphoniker". Wolfgang Miller, Dieter Krug, Bernd Schraut und Michl Schulz sind die Akteure. Als kleiner aber feiner A-cappella-Chor intonierten sie brillant Melodien aus dem 16. Jahrhundert, wie "Audite silette" oder "Der Floh" zur Begeisterung der Zuhörer.


Vielfältige Tänze

Nicht weniger spannend die fränkischen Liebes- und Weinlieder, welche die "Singgruppe Urspringen" bestechend anstimmten. Urspringen ist eine Gemeinde, die auf einem Bergplateau zwischen dem Main-Drei- und Main-Viereck liegt. Sie sind eine lustige Truppe, denn sie können nicht nur hervorragend singen, sondern beherrschen auch die fränkischen Rund- und Figurentänze. Bei der "Tanzgruppe Urspringen" waren die meisten der Vokalisten wieder präsent. Erstaunlich für das Publikum, dass sie andere Tänze auf Lager haben, als in der näheren Umgebung von Bad Kissingen getanzt werden.
Für die Mundart war Bernd Schraut - der auch blendend moderierte - zuständig. Mit witzigen "Geschichtli", wie die mit dem "Bodschamber" (fränkisch für Nachttopf), sorgte er für viele Lacher beim Publikum. Dabei ging es um drei Nonnen, deren Auto wegen Benzinmangel liegen geblieben war und die mit einem Bodschamber an der Tankstelle für Nachschub sorgten. Ein zufällig vorbei kommender Pfarrer sah, wie sie den Tank auffüllten und quittierte die Aktion mit den Worten "Euer Gottvertrauen möchte ich haben!"
So wurde auch dieser Fränkische Heimatabend - der letzte in diesem Jahr - zu einer überaus gelungenen kurzweiligen Veranstaltung, welche die liebenswerten "Franggen" und ihre Kultur wieder einmal ins rechte Licht rückte.