Seit vier Jahren ist Bad Bocklets Gemeinderätin Martina Faber (Grüne) "regelmäßig und in wachsendem Umfang" als engagierte Naturschützerin und ehrenamtliche Helferin im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kartierung der Biber-Reviere im Gebiet der Marktgemeinde behilflich. Die Ergebnisse ihrer jüngsten Begehung im Februar stellte sie nun in der vergangenen Ratssitzung ihrem Kollegenkreis vor.

Nach der jüngsten Kartierung gibt es heute 13 Biber-Reviere im Gebiet der Marktgemeinde Bad Bocklet, davon neun in der Fränkischen Saale, zwei in der Premich und jeweils eines im Schmalwasserbach und in der Aschach. Da Fachleute mit durchschnittlich 3,3 Bibern pro Revier rechnen, leben demnach etwa 40 Biber im Gemeindegebiet, dessen Ortsteil Steinach in seinem Wappen sogar einen stilisierten Biber mit großer Kelle trägt.

Streng geschützte Art

"Die Biber leisten einen Beitrag zum Hochwasserschutz und der Artenvielfalt", betonte Faber in ihrem Vortrag. Die Gemeinderätin engagiert sich seit Jahren im Umwelt- und Naturschutz. Auch als Schriftführerin der Bad Kissinger Kreisgruppe im Landesbund für Vogelschutz liegen ihr Arten- und Biotopschutz sowie Klimaschutz und Umweltbildung am Herzen.

Der Biber unterliegt in Deutschland dem Naturschutzrecht und zählt sogar in ganz Europa zu den streng geschützten Arten. Faber: "Deshalb dürfen Biber weder gefangen noch getötet werden." Bei Zuwiderhandlungen handele es sich nicht etwa um Kavaliersdelikte, sondern um echte Straftaten, machte die Naturfreundin deutlich.

Auch ihre Burgen oder Dämme dürfen nicht zerstört werden. Denn durch die intensive Bautätigkeit der Biber wird die Auenlandschaft zum Nutzen der Anwohner umgestaltet, begründen dies die Fachleute. Biber-Bauten halten das Flusswasser zurück, das dadurch länger in der Fläche verbleibt, wodurch wiederum Hochwasserereignissen die Spitze genommen wird.

Suche nach kleinsten Spuren

In vergangenen Jahren wurde von Anrainern der Flüsse und Bäche immer wieder behauptet, die Anzahl der Biber im Landkreis habe zugenommen, was anhand der häufigen Biberschäden erkennbar sei. Doch diese Behauptung wurde von der Unteren Naturschutzbehörde regelmäßig zurückgewiesen.

Da die im Wasser lebenden Biber allerdings kaum zu entdecken sind, kann deren Vorkommen lediglich anhand von hinterlassenen Spuren im Gelände dokumentiert werden, womit die Naturschutzbehörde ihre ehrenamtliche Kartierer beauftragt. Bei der Kartierung muss auf kleinste Spuren geachtet werden, denn nicht überall ist eine große Biberburg oder ein mächtiger Damm zu sehen.

Doch nicht nur im Suchen nach kleinsten Spuren werden ehrenamtliche Kartierer regelmäßig geschult. Auch umgekehrt gilt: Nicht jedes abgenagte Hölzchen bedeutet ein andauerndes Biber-Vorkommen. Die Aufmerksamkeit der Biber-Kartierer gilt deshalb außer Fraßspuren und -plätzen auch den Fußspuren zur Dokumentation frischer Biber-Wechsel im Gelände. Wichtig ist es, erste Schäden nicht nur zu kartieren, sondern auch an die zuständigen Stellen weiterzumelden, um größere Schäden zu verhindern.

Bad Bocklets dritter Bürgermeister Uto-Paul Schmitt (FCW) bat im Anschluss an Fabers Vortrag, sie möge doch bitte zur Information der Bevölkerung einen entsprechenden Bericht für eine der nächsten Ausgaben des Bad Bockleter Nachrichten- und Freizeitjournals "Prima" verfassen, was die Gemeinderätin zu tun versprach.