"Der Platz ist echt gut geworden", lautet die Bilanz von Roswitha Hippler. Sie stammt aus der Henneberg-Siedlung und weiß um die schrecklichen Umstände auf dem Grundstück und dem gegenüberliegenden Kinderspielplatz und meint: "Anstelle von Büschen, Dreck und Scherben haben wir jetzt eine saubere Anlage."
Dafür setzte sie sich mit anderen aus dem Stadtteil Nord-Ost im "Bürgerkreis" ein.
Zuerst wurde der Spielplatz zum "Piratengold" umgestaltet, jetzt war das gegenüberliegende, rund 1000 Quadratmeter große Grundstück an der Reihe. Doch damit sei man noch nicht am Ende, meint Frau Hippler. Und deshalb hat sie einen kleinen Flohmarkt im Rahmen der offiziellen Eröffnung des "Begegnungsplatzes" aufgebaut und jeder Euro geht in die gemeinsame Kasse. Zusätzlich wird die Kasse noch durch den Umsatz aus Kuchen- und Kaffeeverkauf sowie der Grill- und Getränkestation gespeist.
Auch Brigitte Wolf, die Sprecherin des Arbeitskreises, steht hinter einem Stand, ist stolz auf das Erreichte und betont aber gleichzeitig: "Geld, das reinkommt, wird für die Verbesserung verwendet." Man sei ja schließlich keine Geldhortungsstelle, und schon ist eine neue Idee geboren: Man könnte doch niedrig wachsende Büsche an Straßenrand pflanzen, die den Begegnungsplatz optisch abgrenzen und auch mal den Fußball stoppen, damit dieser nicht auf die Straße rollt.
Von Roswitha Hippler kommt der Vorschlag, für etwas mehr Schatten zu sorgen. Und daraufhin meint Stadtplanerin Christine Schwind, dass man schon nach zusätzlichen Bäumen Ausschau hält, die woanders weichen müssen und hier sicherlich noch hinpassen könnten.
Im offiziellen Teil "unseres kleinen Festes" - u. a. ausgestaltet vom Ukrainischen Chor - blickt Brigitte Wolf auf die Entstehungsgeschichte von Spielplatz und Begegnungsplatz zurück, der unter dem Arbeitstitel "Generationenplatz" im Bürgerkreis entstanden ist und im Rahmen des Projekts "Sozialen Stadt" umgesetzt und gefördert wurde.

Jeder muss Platz sauber halten

Sie würdigt aber vor allem den Mut, den Willen der Bürger, etwas zu verändern. "Es war anfangs eine schwierige Geschichte, aber es hat sich gelohnt", blickt sie zurück und zieht für den aktuellen Stand ein positives Fazit: "Der Begegnungsplatz ist besser geworden, als wir uns vorgestellt haben."
Mit den Veränderungen seien aber auch die Verantwortlichkeiten gewachsen, meint sie. So werde der Spielplatz wegen seiner Sauberkeit gelobt und auch von "Auswärtigen" frequentiert.
Gleiches erhofft sie sich vom Begegnungsplatz und auch hier gibt es schon Beispiele: So habe Sie Berufsschüler gesehen, die in den angrenzenden Häusern des AFZ-Campus wohnen und abends den Platz für Geburtstagsfeiern nutzten. Am nächsten Tag war der Platz sauber, und dieses Verantwortungsbewusstsein wünschte sie sich von allen, die den Platz nutzen würden, auch den Hundebesitzern - und für letzteres bekam sie demonstrativen Beifall.
Auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg lobte einerseits das bürgerschaftliche Engagement, dessen wichtigster Beitrag "ihre Wünsche, ihre Ideen" waren, andererseits die gute Kooperation aller. Damit meinte er nicht nur die städtische Verwaltung, sondern auch Kidro/Kip als aktive Hilfe und die Firmen Laboklin und Schaible, das AFZ und die Sparkasse als Kooperationspartner, die mit vierstelligen Beträgen den Ausbau des Platzes unterstützt haben.
Mit der Boule-Bahn, dem Freiland-Schachfeld, der Tischtennis-Platte und den zwei Sitzgruppen habe der Stadtteil Nord-Ost an "Aufenthaltsqualität" gewonnen, so der Oberbürgermeister, und damit es so bleibt, bat Brigitte Wolf: "Kommen Sie hierher, begegnen Sie einander!"