Ein Gottesdienst auf der Mostalm in Oberleichtersbach eröffnete die Feier des Kreisverbandes Bad Kis singen zum 70-jährigen Jubiläum des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Karlheinz Vogler, Kreisobmann des Kreisverbandes Bad Kissingen, freute sich wie die zahlreichen Gäste über das Sommerwetter. Oberleichtersbachs Bürgermeister Dieter Muth (WG) zeigte sich stolz darauf, dass die Veranstaltung in seiner Gemeinde stattfindet, an der auch Landrat Thomas Bold (CSU) und
MdL Sandro Kirchner mit Familie teilnahmen.
Für die kleinen Gäste war eine Hüpfburg aus Stroh aufgebaut und Schafe konnten aus nächster Nähe betrachtet und gestreichelt werden. Einige Gäste kamen auch mit ihren Oldtimern angereist, so dass es auch Gelegenheit gab, so manchen alten Traktor zu bestaunen.
Landrat Thomas Bold betonte die Bedeutung der Landwirtschaft für die gesamte Region. Klaus Klingert, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem größten Teil der Landwirte in seinem Amtsbereich.


Wichtigster Wirtschaftsfaktor

Die Festrede hielt der stellvertretende BBV-Präsident Günther Felßner. Als der Bayerische Bauernverband 1945 gegründet wurde, sei die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Bayern gewesen. Das oberste Ziel war damals, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen und den Hunger zu bekämpfen. Zumindest in Europa sei die Versorgung mit Nahrungsmitteln noch nie so sicher gewesen wie heute.
Nach dem Krieg hätten von 100 Hektar landwirtschaftlicher Fläche 30 Menschen ernährt werden müssen, heute seien es nur noch 3,3 Menschen im Durchschnitt. Während 1945 ein landwirtschaftlicher Hof im Schnitt zehn Menschen ernährt habe, seien es heute durchschnittlich 144 Menschen, die vom Ertrag eines Hofs versorgt würden. Diese Zahlen belegten eindeutig, wie sich die Versorgungslage der Bevölkerung stark verbessert habe. "Nach zwei relativ guten Jahren stehen die Preise nun wieder massiv unter Druck", sagte Felßner. Dafür seien unter anderem das Russlandembargo und der Rückgang der Nachfrage aus China verantwortlich. Hinzu käme noch die große Trockenheit in diesem Jahr. Von Seiten der Politik machten immer mehr Auflagen und Bürokratie den Landwirten das Leben schwer. Immer mehr Naturschutz fördere eine schleichende Enteignung der Landwirte.


150 000 bäuerliche Familien

Der Bauernverband verstehe sich als große Familie, in der die Solidaritätsstufen Nebeneinander, Miteinander und Füreinander groß geschrieben werden. Aktuell seien etwa 150 000 bäuerliche Familien Mitglied.