Die Dampferle hatten in den vergangenen Jahren immer wieder mit Widrigkeiten zu kämpfen. Die niedrigen Pegelstände in den zuletzt trockenen Sommern erschweren den Schiffverkehr zwischen Rosengarten und Saline.

Auch der Biber bereitet regelmäßig Probleme, weil er mit Geäst die Fahrrinne der Boote blockiert. Am Ende der Saison ist Helmut Fischer, Inhaber der Saaleschifffahrt GmbH, deshalb meistens froh, "wenn wir auf Null herauskommen. Mit den Dampferlen verdiene ich keinen Cent", macht er deutlich. Die historischen Boote betreibe er aus Nostalgie (siehe Bericht ), seinen Lebensunterhalt verdient er dagegen als Tierarzt. Praxis und Schifffahrt seien finanziell strikt voneinander getrennt.

Die Corona-Pandemie stellt die beliebten Touristenboote laut Fischer nun vor existenzielle Schwierigkeiten. "Corona ist das absolut schlimmste, was passieren konnte", klagt er. Auf den historischen Booten sei es sehr schwer, die Abstandsregeln einzuhalten und gleichzeitig kostendeckend zu arbeiten. Deshalb blieben die Boote in diesem Jahr auch in ihrem Winterquartier und setzten die Saison 2020 aus. Fällt die Saison 2021 ebenso ins Wasser, würde das Unternehmen dies nicht verkraften, da ist sich Fischer sicher. Er schlägt Alarm: "Wenn in der kommenden Saison nicht mindestens ein Boot fahren kann, ist die Saaleschifffahrt am Ende!" Er könne dann seine Kapitäne nicht mehr halten. Springen die ab, wäre das das Aus.

Aktuell werden die im Winter üblichen Wartungsarbeiten und Instandsetzungen an der "Kissingen" und der "Saline" erledigt. Fischer betont, er wolle versuchen, an Ostern mit Hygienekonzept wenigstens ein Boot fahren zu lassen. Er werde aber wohl finanzielle Hilfe benötigen, um die Kosten zu decken. Wie das konkret aussehen könnte, steht noch nicht fest. Denkbar wäre aber zum Beispiel ein Förderverein, ähnlich wie bei der Postkutsche. "Hier will ich allerdings erst noch das Gespräch suchen", sagt Fischer. Noch ist nicht klar, wie wie es mit den Dampferle in ihrer 144. Saison weitergeht. Fischer betont aber, dass er den einzigen Schifffahrtsbetrieb, den es auf der fränkischen Saale gibt, gern aufrecht erhalten möchte.