Für Kultur, Kunst- und Heimatgeschichte hat Werner Eberth schon immer viel übrig gehabt. Am 19. Dezember feiert der Kreisheimatpfleger, Buchautor und Regierungsdirektor a.D. seinen 85. Geburtstag. Geboren wurde er 1935 in Augsburg, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er in Würzburg.

Als Würzburg durch den Bombenangriff der Alliierten im März 1945 zerstört wurde, war er neun Jahre alt. Die Bilder, wie die Stadt vorher ausgesehen hat, sind ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. "Ich bin vor der Zerstörung als kleiner Junge ganz ernsthaft bei Führungen und Besichtigungen mitgegangen, und habe mir das Gehörte alles aufgeschrieben", erzählt er. Diese Leidenschaft fürs Schreiben, für Geschichte und Heimatkunde, hat ihn dann sein weiteres Leben begleitet - bis heute.

Eberth entschloss sich zum Jura-Studium, belegte aber auch Kurse in Kunstgeschichte und Archäologie. Beruflich ging es in die innere Verwaltung, zunächst bei der Regierung in Würzburg.

1970 kam er als Jurist ans Landratsamt nach Bad Kissingen. 1972 war er als Staatsbeauftragter dafür verantwortlich, dass die Altlandkreise Bad Kissingen, Bad Brückenau und Hammelburg im neuen Landkreis Bad Kissingen aufgingen. Für den neuen Landkreis gab er 1972 die offizielle Festschrift heraus - sein erstes Buch. "Das war der Anreiz für mich, da weiter zu machen", sagt Eberth.

Bis zum 31. Dezember 1999 arbeitete er als Jurist beim Landratsamt, war dort lange Kulturreferent. Für die Freien Wähler saß er von 1978 bis 1996 im Kissinger Stadtrat. Er war Stadtheimatpfleger, seit 2002 engagiert er sich ehrenamtlich als Kreisheimatpfleger. Er trägt den Ehrentitel "Kreiskulturreferent" und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Mehr als 40 Bücher hat Eberth bis heute geschrieben, 35 davon sind im 1995 von ihm gegründeten Theresienbrunnen-Verlag erschienen. Er betont, dass er seine Bücher nebenberuflich verfasste. Ihm war die Trennung wichtig, um sich nicht gegenüber dem Dienstherrn rechtfertigen zu müssen. "Inhaltlich beziehen sich meine Bücher aber alle auf den Landkreis", sagt er. Der Hobby-Historiker befasste sich mit der Geschichte von Wappen und lokalen Heiligen, mit den bekannten Bildhauern Michael Arnold und Balthasar Schmitt, aber auch mit Themen wie dem Bruderkrieg von 1866 und Bismarck in Bad Kissingen. Aktuell arbeitet er am vierten Teil seiner Ortschronik für Kleinbrach und Hausen.

Ein besonderes Anliegen ist ihm der Kapellenfriedhof. Mit ehrenamtlichen Helfern pflegt er seit Jahren historische Gräber, die auf dem denkmalgeschützten Friedhofspark stehen. "Da haben wir etwas Gutes aufgebaut", sagt er.