Es ist ein sonniger Vormittag im April, als Bürgermeister Wilhelm Friedrich durchs Dorf spaziert. "Wie lange grübele ich schon über den Ausbau der Baumallee nach", sagt er über die Straße, in der sowohl das Rathaus als auch die Arztpraxis liegen. Über 15 Jahre ziehe sich das schon. Friedrich denkt in anderen Zeitspannen als jüngere Kollegen, die erst kurz im Amt sind. Seit 1996 ist er Bürgermeister von Zeitlofs, und er ist es gerne.

24 Jahre führte der bald 66-Jährige die Gemeinde. In dieser Zeit hat sich das Ortsbild stark verändert. Zwei Lebensmittelmärkte, zwei Metzgereien, drei florierende Kneipen und eine Apotheke gab es damals noch. Geblieben sind der Fränkische Hof, ein Friseur und der Bäcker. Kann ein Bürgermeister den Strukturwandel auf dem Land aufhalten? "Nein", antwortet Friedrich überzeugt und erinnert an den Apotheker, der bundesweit nach einem Nachfolger gesucht hatte.

Bürokratie stetig gewachsen

Wilhelm Friedrich ist ein geselliger Mann. Einer, der sich nicht leicht aus der Ruhe bringen lässt und der auch nicht gleich die Hand hebt, wenn es um die Verteilung von Aufgaben geht. In der Rhönallianz hielt sich der Dienstälteste zurück, was den stellvertretenden Vorsitz betraf. Als Kreisrat kandidierte er immerhin zweimal, wurde aber nicht gewählt. Als CSUler brauche man sehr viele Stimmen, um überhaupt eine Chance zu haben, erklärt er. Das Amt des Bürgermeisters aber füllte er aus, werktags genauso wie bei langen Abendterminen oder am Wochenende.