Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Würzburg, der Rinderzuchtverband Franken und der Milcherzeugerring Unterfranken veranstalteten für die Landwirte des Landkreises Bad Kissingen einen Informationsabend im Hotel "Rhönhof" in Oberleichtersbach.


Unangemeldete Kontrollen

Über den aktuellen Stand der Tierseuchenbekämpfung und des Tierschutzes informierte der Amtstierarzt des Landkreises, Dr. Thomas Koy. Von der Blauzungenkrankheit und der Virusdiarrhöe seien aktuell fast keine Tiere in Unterfranken betroffen. Er wies darauf hin, dass Kontrollen grundsätzlich unangekündigt durchgeführt werden.

Wolfgang Wanner, Geschäftsführer des Rinderzuchtverbands Franken, sprach über die Rindervermarktung 2015/2016. Der Gesamtumsatz konnte um eine Million Euro auf 23,7 Millionen Euro gesteigert werden. Den größten Anteil daran hatten der Kälbermarkt mit 30.284 Kälbern (61 Prozent) und der Export mit 3457 Tieren (20 Prozent). Insgesamt wurden 36.768 Tiere vermarktet. Einige Bilder von der Landes-Tierschau auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest in München rundeten das Referat ab.

Christian Schmidt vom Fachzentrum für Rinderhaltung am AELF Schweinfurt versuchte den Landwirten mit seinem Vortrag "Liquidität auch im Milchpreistief sichern" wichtige betriebswirtschaftliche Grundsätze und Kennzahlen näherzubringen. Mangelnde Liquidität sei mit die häufigste Insolvenzursache, so Schmidt. Neben der Ertragsseite sei eine genaue Betrachtung der Kosten von eminenter Bedeutung. Hier könnten oft viele Einsparmöglichkeiten entdeckt werden. Es sollte eine Kosten- und Gewinnoptimierung angestrebt und die Rentabilität der Milchviehhaltung ständig überprüft werden.

Jeder Landwirt sollte sein Geld nur in wirklich sinnvolle Technologien investieren. Eine Beratung durch das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredlung in Bayern (LKV) könne dabei sehr hilfreich sein.


Computerprogramm vorgestellt

Das Computerprogramm "LKV-CashCow" stellte Fütterungsberater Roland Wehner vom LKV Bayern vor. Es handelt sich dabei um ein Controlling-Werkzeug zur einfachen und schnellen betriebswirtschaftlichen Auswertung für Milchbetriebe. Damit kann beispielsweise die Situation des eigenen Betriebes mit anderen Betrieben verglichen werden. Es sind auch sogenannte "Was-wäre-wenn-Analysen" möglich, um zu sehen, wie sich der Gewinn ändert, wenn man bestimmte Betriebswerte ändert.

Im Milcherzeugerring Unterfranken e.V. waren im Berichtsjahr 511 Betriebe mit 25 016 Kühen organisiert, so Wolfgang Holzinger, Fachlicher Leiter am Fachzentrum Rinderzucht des AELF.

Mit einer Milchleistung von 8092 kg liegt der Milcherzeugerring Unterfranken auf Platz eins in Bayern. Im Landkreis Bad Kissingen konnte die Milchleistung gegenüber dem Vorjahr um 258 kg auf 8170 kg gesteigert werden, obwohl der Bestand an Kühen um 202 zurückgegangen ist. Wolfgang Holzinger informierte über Termine.
Am 7. Februar finden in Dettelbach (Lkr. Kitzingen) in der Kantine Frankenhalle die Milchviehtage statt. Am 20. und 21. Mai gehen unter dem Motto "Kühe, Käse, Wein - Genuss mit allen Sinnen" in der Dettelbacher Frankenhalle eine Bundesgelbviehschau und die Kreistierschau Kitzingen über die Bühne.


Ehrungen für beste Leistungen

Auszeichnungen nach (Zwischenkalbezeit (ZKZ) im Landkreis Bad Kissingen: Rassen: Deutsches Fleckvieh: Günter Beck, Oberleichtersbach, ZKZ 374 Tage, 78,2 Kühe; Deutsches Gelbvieh: Arnold Farnung, Großenbrach, ZKZ 362 Tage, 67 Kühe; Deutsche Holstein: Alexander Müller, Modlos, ZKZ 370 Tage, 130,2 Kühe.

Milchlebensleistung: Je eine Kuh mit einer Milchlebensleistung von 100.000 kg hatten Jürgen Förg und Holger Knauer in ihrem Bestand. Sie erhielten dafür eine Urkunde überreicht.