Überrollt von den Ereignissen in Paris blickte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) bei der Zeremonie zum Volkstrauertag in Römershag nicht nur zurück in die Vergangenheit. "Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt", sagte sie und erinnerte an die Auseinandersetzungen in der Ukraine und in Syrien.

Diese Länder seien nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt. Noch mehr aber erschüttere sie die Gewalt der Anschläge in Paris. "Das betrifft uns alle", sagte die Bürgermeisterin. Dann legte sie gemeinsam mit Peter May, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Römershag, einen Kranz nieder. Anschließend spielten die Römershager Dorfmusikanten Bad Brückenau das Lied "Ich hatte einen Kameraden." Walter Fronczek vom Pfarrgemeinderat betete mit den Menschen und bezog "besonders die, die in den letzten Tagen gestorben sind", in seine Fürbitte ein.


Die Pflicht, sich für ein friedliches Europa einzusetzen

Am Rande der Veranstaltung berichtete die Bürgermeisterin, dass sie mit Freunden der Bad Brückenauer Partnerstadt Ancenis bereits über Facebook Kontakt aufgenommen habe. "Wir wollen nicht, dass der Terrorismus Einfluss auf unser freiheitliches Leben hat", sei der Tenor des Gesprächs gewesen.

Auch Jochen Vogel, Bürgermeister der Gemeinde Motten, nutzte den Volkstrauertag, um Solidarität mit Frankreich zu zeigen. "Es ist unser aller Pflicht, sich für ein friedliches Europa einzusetzen", schrieb er der Redaktion. "Der Terror ist jetzt nicht mehr nur theoretisch vor der Haustüre. Er wird spürbar." Die Gemeinde Motten pflegt seit mehr als zehn Jahren - genauso wie Bad Brückenau mit Ancenis - eine Freundschaft mit der französischen Gemeinde Ranville in der Normandie.