Es riecht nach Knoblauch und Gewürzen. Eine junge Frau, die ein bunt gemustertes Kopftuch trägt, steht am Herd in einer der Gemeinschaftsküchen der Flüchtlingsunterkunft in Volkers. Sie lacht schüchtern, genannt werden möchte sie nicht. Waleligne Zerga Degu (Mitte) und Daniel Eliyas - beide stammen wie die junge Frau aus Äthiopien - dagegen sind sehr offen. Sie scherzen miteinander, rühren im Reis, der vor sich hin kocht. Es herrscht Leben im ehemaligen Berghof Rhön. Zwischen 80 und 100 Flüchtlinge leben hier mitten unter den Volkersern.

Mitspieler beim TSV Volkers

"Anfangs war's ein bisschen hektisch", erzählt Reinhold Brust. Vor genau einem Jahr, im Juni 2014, sind die ersten Flüchtlinge eingetroffen. Brusts Haus steht direkt gegenüber der Gemeinschaftsunterkunft. "Zur Zeit ist es aber ziemlich ruhig. Wir können sehr zufrieden sein." Reinhold Brust und sein Sohn Oliver, der nur ein Stück weiter wohnt, sehen die Flüchtlinge jeden Tag. Sie grüßen sich, drei Männer spielen sogar beim TSV mit, berichtet Oliver Brust, Abteilungsleiter Fußball.

"Wenn Volkers Fußballheimspiel hat, dann kommen eine ganze Menge Flüchtlinge als Zuschauer", erzählt Reinhold Brust. Sein Sohn sieht bei vielen den Willen zur Integration. "Die Leute wollen arbeiten. Aber Arbeit zu finden ist sehr, sehr schwierig." Denn Asylsuchende dürfen eine Arbeitsstelle nur annehmen, wenn sich kein anderer Bewerber findet.

Discozelt mit Musik und Tanz

Am Sonntag, 5. Juli, wollen die Brusts und viele andere Bürger aus Volkers und der weiteren Umgebung ein Fest mit den Flüchtlingen feiern. Los geht's ab 14 Uhr mit Tee, Kaffee und Kuchen. Organisiert hat das der ehrenamtliche Helferkreis aus Volkers und Wernarz, wo ja auch Flüchtlinge untergebracht sind.

"Es gibt eine Ausstellung zum Thema Flucht im Haus", erzählt Daniela Schad, Flüchtlingsbetreuerin beim Caritasverband für den Landkreis Bad Kissingen. Der Kurzfilm von Hammelburger Schülern "Von Menschen, die auszogen..." wird mehrmals gezeigt. Außerdem bietet ein syrischer Barbier seine Dienste an. Rolf Procker baut sein Discozelt mit Lasershow auf - gefeiert wird bis in die Nacht.

Spezialitäten aus zwölf Ländern

Höhepunkt des Festes dürfte aber unbestritten das Buffet mit Spezialitäten aus zwölf Ländern sein. "Das wird groß", blickt Schad voraus. "Die Syrer kochen schon drei Tage vorher." Auch Oliver Brust freut sich: "Es ist ja nicht alltäglich, äthiopische oder syrische Küche zu probieren."

Vater Reinhold ist da etwas zurückhaltender. Für ihn - und andere - gilt zur Beruhigung: Es wird auch deutsche Speisen geben - denn das Fest ist als Mitbringfest gedacht. Eigene Speisen können gern zum Buffet beigesteuert werden. Zudem bitten die Veranstalter darum, dass eigenes Geschirr mitgebracht wird.