In den Gemeinden der Kreuzbergallianz wohnen Flüchtlinge in dezentralen Unterkünften. Die Bürgermeister der Allianz haben sich nun getroffen, um den Sprachunterricht für die Flüchtlinge in ihren Gemeinden zu koordinieren.

Der Vorsitzende der Kreuzbergallianz, Bischofsheims Bürgermeister Udo Baumann, sagte: "Ziel ist es, die Aktivitäten in unserem Bereich zu bündeln, denn wir müssen damit rechnen, dass die Zahl der Menschen, die zu uns kommen und die deutsche Sprache nicht sprechen, noch zunehmen wird. Daher ist es sinnvoll, eine Struktur aufzubauen, um die Ehrenamtlichen zu unterstützen und zu entlasten."

Notwendig werde die Kooperation innerhalb der Kreuzbergallianz auch, weil ab Pfingsten die Räume in Ostheim für den Sprachunterricht nicht mehr zur Verfügung stehen werden.


Sprachförderkurse

Der Sprachunterricht soll allen angeboten werden, unabhängig, aus welchem Land sie kommen, ob sie ein Bleiberecht haben oder nicht. Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb möchte die vorhandene ehrenamtliche Struktur stärken, in Kooperation mit der Diakonie und der Caritas.

In einer gemeinsamen Sitzung mit allen Deutschlehrern aus den Gemeinden der Kreuzbergallianz und weiteren Interessierten wurde die Idee der Kooperation vorgestellt, Probleme angesprochen und die derzeitige Struktur aufgezeigt. Egon Sturm, Beauftragter des Bischofsheimer Stadtrates für Flüchtlinge, bezeichnete es als "vernünftigen und sinnvollen Schritt", um jeden Einzelnen zu entlasten.

Volker Dauscher aus Oberelsbach bietet mit sieben ehrenamtlichen Sprachlehrern seit Mitte Oktober 2015 sogenannte "Sprachförderungskurse" in der Grundschule Ostheim für Flüchtlinge an. Vier der Lehrer kommen aus Oberelsbach, eine Lehrkaft aus Bischofsheim. Dauscher, der früher im Bereich Erwachsenenbildung tätig war und Deutsch als Fremdsprache unterrichtete, entwarf das pädagogische Konzept und die Unterrichtsmaterialien: "Wir haben einen professionellen Anspruch, auch wenn uns bewusst ist, dass die Teilnehmer die deutsche Sprache im täglichen Kontakt mit den Einheimischen erlernen müssen, wollen wir dazu beitragen, dass die Sprache korrekt erlernt wird."


Lehrer gesucht

Der Unterricht erfolgt in drei Leistungsgruppen, entsprechend der Lernfähigkeit und den Vorkenntnissen der Teilnehmer. Unterrichtssprache sei ausschließlich Deutsch, das Hören- und Sprechenkönnen sei zunächst wichtiger als Lesen und Schreiben. "Erstes Unterrichtsziel ist die Verständigung", so Dauscher.

Um den Sprachunterricht weiterhin aufrechterhalten zu können, werden die Bürgermeister geeignete Räumlichkeiten innerhalb der Kreuzbergallianz zur Verfügung stellen. Gebraucht werden vier Räume an drei Wochentagen, idealerweise an einem Standort.

Dauscher wies darauf hin, dass neue Sprachlehrer willkommen sind. Ein Lehramtsstudium sei dazu nicht notwendig, da auch Helfer in den Klassen benötigt werden. Auch sei eine Hospitation zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit jederzeit möglich.
Wer Interesse hat, sich am Sprachunterricht für Flüchtlinge innerhalb der Kreuzbergallianz zu beteiligen, kann sich in der Geschäftsstelle melden: info@kreuzbergallianz.de