Die Pläne zur Gründung eines "Fördervereins Synagoge Schlüchtern" sind offenbar schon weiter fortgeschritten. So lassen sich die Diskussionen der Schlüchterner Stadtverordneten interpretieren. Diese stimmten einmütig - bei einer Enthaltung aus den Reihen der SPD - dafür, im Haushalt des kommenden Jahres 3000 Euro einzuplanen.

Das Geld soll als Anschubfinanzierung dienen, um den Förderverein zu gründen. Die Initiative dazu kam von der BBB (Bürgerbewegung Bergwinkel). Letztlich wurde daraus ein interfraktioneller Antrag gemacht, um zu verdeutlichen, dass sich der Förderverein auch auf eine breite politische Mehrheit stützen kann.

Gerd Neumann (Grüne) betonte, bei dem Förderverein solle es sich um eine "bürgerliche Bewegung" aus der Mitte der Stadtgesellschaft handeln. Ziel müsse es sein, der Synagoge zu einer neuen Blüte zu verhelfen. Er sei glücklich, daran mitwirken zu können. Auch Hans Konrad Neuroth, Vorsitzender der BBB-Fraktion, sprach davon, "die Synagoge wieder mit neuem Leben zu füllen".

Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) äußerte im Haupt- und Finanzausschuss, den Antrag finde er gut, denn es gehe darum, "den einen, kleinen Anstoß' zu geben". Und er verriet, man könne bereits "auf eine tolle Bandbreite an Bürgern" zurückgreifen, die sich in dem Förderverein auch finanziell engagieren wollten.

Rainer Grammann (FDP) war es wichtig zu betonen, so lange keine Gestaltungspläne für die Synagoge anzugehen, bis sich der Förderverein gegründet habe und eigene Impulse hierfür einbringen könne. Die Stadt Schlüchtern hatte das leerstehende Gebäude in diesem Jahr zum symbolischen Preis von einem Euro erworben, geht damit allerdings für die Zukunft die Verpflichtung der Bauunterhaltung und zu Investitionen ein. Erste bislang geäußerte Überlegungen zur Nutzung des Gebäudes in der Innenstadt gingen in Richtung Stadtarchiv, Museum und Kultur. Alexander Gies