Wer Kinder hat, der weiß, wie schnell sie aus ihren Kleidern
rauswachsen. "Das war für mich der ausschlaggebende Grund, meine Zeit zu
investieren", sagt Britta Slowik, eine der vier Organisatorinnen des Bad
Brückenauer Kinderkleiderbasars. Außerdem sind getragene Kleider gemeinhin
weniger Schadstoffbelastet als neue. "Gerade bei Babys ist man da besonders
vorsichtig, was man ihnen anzieht", sind sich die Frauen einig.

Begonnen hat alles im evangelischen Gemeindehaus, in der Krabbelgruppe
LaMama, wo sich Britta Slowik und Alexandra Schlothauer mit ihren Kindern
getroffen haben. Zusammen mit der Hebamme Doris Wytopil stellten die Frauen
den ersten Basar im Sommer 2010 im Gemeindehaus auf die Beine. Das waren nur
ein paar Tische und die Resonanz nicht sonderlich groß. "Wir wollten einen
Sommerbasar anbieten, da es schon Frühjahr- und Herbstbasare im Umkreis
gab", sagt Alexandra Schlothauer. Doch nach einigen Versuchen, den
Sommerbasar in der TV-Halle zu etablieren, schwenkten sie um zu den
traditionellen Frühjahrs- und Herbstbasaren. Und plötzlich lief es richtig
gut. "Wir wurden in der TV Halle immer super unterstützt, doch im Herbst
brauchten sie die Halle selbst, deshalb sind wir seit 2016 in der
Georgi-Kurhalle", erklärt Slowik die Raumänderung.

Jedes Mal steigerte sich die Anmeldezahl der Verkäufer. Für den kommenden
Herbstbasar haben sich dreißig Verkäufer angemeldet. "So viele hatten wir
noch nie", freuen sich die Frauen. Denn der Erlös aus dem Kuchenverkauf
kommt immer verschiedenen Einrichtungen für Kinder zu Gute. Dieses Mal soll
die Grundschule die Spende bekommen.

Mittlerweile sind auch die beiden Frauen Michaela Queck und Barbara Schubert
regelmäßig bei den Treffen mit dabei. Beide sind zugezogen und waren froh
über die Kontakte aus der Krabbelgruppe. "Die Truppe stimmt einfach und wir
verabreden uns auch außerhalb der Basarorganisation", sagt Barbara Schubert.
Denn die Kinder spielen nach wie vor gerne zusammen, auch wenn sie nicht in
den gleichen Kindergarten gehen.

"Doch unsere Kinder werden größer und ewig werden wir das nicht machen
können", sagt Schlothauer. Denn haben die Kinder mal ein bestimmtes Alter
erreicht, erübrigt sich ein Kinderkleiderbasar. "Deshalb freuen wir uns
sehr, wenn junge Mütter oder Väter mithelfen", appelliert sie an
frischgebackene Eltern. Die Erfahrung zeige, dass sich solche Initiativen
auflösen, wenn die Kinder groß sind.

Das Basar-Team mischt ebenfalls beim Bündnis Familie mit, das die Angebote
für Familien bündeln will. "Es gibt schon einige Angebote für Kinder und
junge Familien, doch es fehlt die Öffentlichkeitsarbeit", sind sich die vier
Frauen einiges. Selbst wenn man gezielt nach einem Angebot suche, findet man
oft nichts. "Eine Broschüre mit Veranstaltungen und mehr Werbung für junge
Familien würde der Stadt sicher guttun", sagt Slowik.