Der Hessisch-Bayerische Rad-Vierer in Kothen startet am Sonntag, 7. September, in seine 14. Auflage. Die Bike-Rundfahrt in Kothen besteht sogar seit nunmehr 19 Jahren. Margit Kömpel ist im achten Jahr Teil des Organisationsteams der DJK Kothen. Während andere sich um Streckenführung, Parkplatzeinweisung und Versorgung an den Kontrollpunkten kümmern, ist sie es, die für die persönlichen Belohnungen am Ziel sorgt. Hierbei handelt es sich nicht um Pokale und Trophäen, sondern um verschiedene leckere Gerichte und Getränke, die sie den ausgehungerten Radlern nach den Touren anbietet.

Wie schafft man es innerhalb von acht Jahren, erst 600 und inzwischen weit über 1000 hungrige Radler zu versorgen?
Margit Kömpel: Wir hatten eigentlich immer den Vorteil auf die hessischen Veranstaltungen und deren Starterzahl zu schauen und dementsprechend haben wir kalkuliert.

Aber Sonnenschein oder Regenwetter kann man doch nicht in eine solche Berechnung aufnehmen.
Das stimmt. Einmal war geniales Wetter, und wir waren fast ausverkauft. Da musste ich die Gaststätten in Kothen abfahren, um hungrige Sportler weiter zu versorgen. Aber die DJK arbeitet hier gut mit den örtlichen Gaststätten, der Bäckerei und dem Metzger aus Bad Brückenau zusammen.

So ein Radler verbraucht pro Stunde durchschnittlich 600 Kalorien. Blicken sie häufig in ausgehungerte Gesichter?
Das hat sich auch etwas geändert. Da die Kontrollpunkte inzwischen auch mit Kuchen und enorm viel Obst ausgestattet sind, versorgen sich die Radler schon selbst. Verhungern wird keiner auf der Strecke (lacht).

Bieten Sie und Ihr Team spezielles Essen an, um die Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen?
Ja. Inzwischen bieten wir Nudelgerichte und Salatteller für Vegetarier an.

Hier treffen Rennradfahrer auf Mountainbiker. Gibt es zwischen diesen Unterschiede bei der Essensauswahl?
Die Mountainbiker kommen meistens etwas später, da sie häufig schlammverspritzt sind und erst mal duschen.

Ich denke an den lässigen Downhill-Fahrer, der zur Currywurst greift, und den ambitionierten Rennradler, der die Salatblätter zählt. Oder ist das ein Klischee?
Ich glaube, das ist etwas übertrieben. Es gibt zwar einige Radler, die sich auf den langen Strecken über 60 Kilometer aufhalten, bei denen kommt eine fette Bratwurst nicht auf den Teller. Doch insgesamt überwiegt im Zielbereich der VolksradfahrCharakter. Viele belohnen sich mit Leberkäse und Bratwurst für die eigene sportliche Aktivität.

Sind sie auch schon mal aktiv auf die Strecke gegangen?
Mit meinen Söhnen bin ich meist die Familientour gefahren. Für mehr war oft keine Zeit, da anschließend die Pflicht in der Küche gerufen hat.

Wie sieht für Sie der perfekte Rad-Vierer aus? Stress werden Sie nicht vermeiden können.
Die Teilnehmer sollen bei gutem Wetter die Strecken unfallfrei bewältigen, viele Kilometer für die Spendenaktion zusammen radeln und anschließend in geselliger Runde mit unserem Zutun den Restsonntag in Kothen genießen. Das wäre perfekt.

Das Gespräch führte Sebastian Heurich.